208 BIBLIOGRAPHIE. sein; 2) ausser den Zwillingseiern findet man häufig drei, vier und mehr Eier enthaltende Hüllen; 3) die sich in solchen gemeinschaftlichen Hüllen entwickeln¬ den Eier teilen und entwickeln sich im weiteren ganz selbständig; 4) die An¬ wesenheit mehrerer Eier in einer gemeinschaftlichen Hülle kann nicht als Ausgangspunkt für die Bildung complexer Misgeburten angesehen werden, besonders wenn man in Betracht zieht, das wirkliche Zwillingsmisgeburten bei Philine aperta nicht häufiger als bei anderen Tieren Vorkommen. Tur, I. Ueber gewisse misgestaltete Blastoderme beim Hühnchen. (Vor¬ läufige Mitteilung aus dem zootomischen Laboratorium der war¬ schauer Universität). Mitgeteilt in einer Sitzung der biologischen Abteilung der warschauer Naturforschergesellschaft am 13 März 1901. S. 1-6. Der Autor nahm zu seinen Untersuchungen Eier von jungen Hühnern, welche Ende Januar 1901 zum ersten Mal angefangen hatten Eier zu legen. Aus solchen « erstgeborenen > Eiern entwickeln sich selten normale, lebensfähige Vögel, so dass der Autor in den meisten Eiern, die er untersuchte, in den Stadien der Bildung des Primitivstreifens und der Primitivfurche Misgestaltun- gen beobachtete. Er fixirte mit 3% Salpetersäure (nach Prof. Mitrophanoff’s Methode). Seine Untersuchungen an 5 Embryonen, die 13—26 Stunden im Incubator bebrütet worden waren, leiteten ihn zu folgenden Schlüssen. Zuwei¬ len kann man bei solchen Abweichungen von der Norm die Bildung einer ga- strulaälmlichen Einsackung in Gestalt eines «Prostoms» beobachten, wie sie sehr charakteristisch für die Embryonen der Reptilien sind und nur höchst selten an den Blastodermen der Vögel beobachtet werden. Diese Misgestal- tung ist eine palingenetische Abweichung, die auf die Einheitlichkeit des Plans der anfänglichen Entwicklung der Sauropsiden, besonders in dem Stadium der Zerreissung des Bodens der taschenförmigen Gastrula, hinweist. Die Bildung eines Urmunds an dem Vorderende des Primitivstreifens ist terner der beste Beweis für die Richtigkeit von Prof. Mitrophanoff’s Ansicht, dass gerade diese Gegend der Ausgangspunkt der Gastrulation bei den Vögeln ist. Hier zeigt sich vor allem die Primitivfurche, welche sich normal nach hinten differen- cirt, bei misgestaltenden Abweichungen jedoch sich auf den Punkt, wo sie entstanden ist, beschränken und in eine prostomähnliche Einsackung verwan¬ deln kann. Tur, I. Ueber die anfängliche Entwicklung des Perlhuhns (Numida meiea- gris. L). (Aus dem zootomischen Laboratorium der warschauer Universität). Mitgeteilt in einer Situng der biologischen Abteilung der warschauer Naturforschergesellschaft am 2 Juni 1901. S. 1 —10. Der Autor wählte dieses Object einerseits, weil das Perlhuhn dem Haus- huhn verwandt ist (beide gehören zu einer und derselben Familie der Pha- sianidae) und diesem an Grösse und Gewicht beinahe gleichkommt, anderer¬ seits weil die Entwicklung des Perlhuhns 4 Wochen lang dauert, während diejenige des Huhns in 3 Wochen beendet ist. Während der verlangsamten Entwicklung des Perlhuhns müssen mehr palingenetische Merkmale hervor-