BIBLIOGRAPHIE. 207 Tur, I. Ein Fall von doppelter Misgeburt in einem frühen Entwicklungs¬ stadium bei Lacerta ocellata Daud. (Aus dem zootom. Laborat. der warschauer Universität). Mitgeteilt in einer Sitzung der Ab¬ teilung für Biologie der warschauer Naturforschergesellschaft am 12 Februar 1908. S. 1—7. Mit 2 Textabbildungen. Die hier beschriebene Misgeburt gehört einem sehr frühen, zum Gastru- lationsprocess vorbereitenden Stadium an. Man gewahrt das Bild zweier Pri¬ mitivstreifen, welche im Gebiete einer einzigen Keimscheibe einander fast pa¬ rallel liegen. Dem Autor nach, beginnen die Gastrulationsprocesse bei den Eidechsen ganz ebenso wie bei den Vögeln (s. das vorhergehende Referat einer Abhandlung desselben Autors), mit der Bildung eines Primitivstreifens. Die beiden erwähnten Primitivstreifen sind vollkommen normal entwickelt, aber der eine davon, und zwar der rechte, erscheint compacter und etwas länger als der linke. Die mittlere unpaare ektodermische Anhäufung ist beiden Embryonen gemein. Die soeben beschriebene Misgeburt kann als einzeln dastehender Fall betrachtet werden, da dieselbe sich auf ein Stadium bezieht, welches der Bildung des Urmunds vorangeht, welchem Stadium die von Kopsch (bei den Eidechsen) und von Wetzel (zwei Fälle bei der Natter) beschriebenen Mis- geburten angehörten. Tur, I. Bericht über eine Studienreise ins Ausland im Jahre 1892. Arbeit aus dem zootomischen Laboratorium der warschauer Univer¬ sität. redigirt von Prof. P. Mitrophanuff, Heft XXVII. S. 1—40. Warschau 1903. Der Autor beschreibt ziemlich umständlich seine bibliographischen Arbei¬ ten an der Universität Padua, wo er die teratologischen Ansichten folgender Autoren: A. Bare, Aldrovandi, Fabricius, ab. Aquapendente, Ridanus, Lice tus, Harvey, Haller und beider Geoffroy-de-Saint-Hilaire in ihren eignen Wer¬ ken studirte.—Im weiteren giebt der Autor eine lebhafte Schilderung der Annehmlichkeiten, welche die Arbeit der russischen zoologischen Station in Villafranca bietet, und erwähnt unter anderem der schon im Laboratorium des Prof. Mitrophanoff von ihm beobachten Thatsache, dass die Embryonen Lacertae ocellatae unter den ihnen eigentümlichen mannigfachen und verschie¬ denartigen individuellen Abweichungen sehr häufig solche Formen der Urmund- platte und des Urmunds selbst bieten, welche stark an den typischen Primi¬ tivstreifen der Vogelembryonen erinnern; dabei nimmt der Urmund zuweilen den Charakter der Primitivfurche bei den Vögeln an. Zu der Beschreibung der Gallerie für vergleichende Anatomie im pariser Jardin des Plantes übergehend, hält der Autor sich wieder besonders lange bei der teratologischen Sammlung auf. Das letzte Kapitel des Berichtes endlich ist der Station zu Roscoff ge¬ widmet, wobei der Autor seine besondere Aufmerksamkeit den Doppeleiern und den Pseudo-Misgeburten bei Philine aperta (ein Weichtier) zuwendet. Die Schlüsse, zu denen er gelangt ist, bestehen in Folgendem: 1) das Legen von Zwillingseiern bei Philine aperta künstlich hervorzurufen, gelingt nicht immer, und scheint die Fähigkeit solche Eier hervorzubringen eine individuelle zu