BIBLIOGRAPHIE. 197 gung der Blutplättchen innerhalb der Gefässe bei der Bildung eines weissen Thrombus und der Entstehung einer Entzündung beobachtet hat. Aus diesem Grunde bringen die Autoren die von Deetjen in den Blutplättchen beobachtete Bewegung mit der Zusammensetzung des conservirenden Mediums des Agar¬ agar und den fortwährend in letzteren vor sich gehenden Strömungen und Veränderungen in Verbindung. — In derselben Untersuchung beruft sich einer der Autoren (Wlassoff, Ziegler's Beiträge, Bd. XV, 1894) auf eine seiner früheren Arbeiten, nach welcher die im Greisenalter befindlichen, abgelebten roten Blutkörperchen sich schliesslich desorganisiren und in toto in Blut¬ plättchen verwandeln, welche gleich ihnen metamorphosirte und zerflossene Kernsubstanz enthalten. Bei dem Zerfall der Blutplättchen spaltet sich letz¬ tere von der protoplasmatischen Substanz ab und erscheint nun innerhalb dieser <in Gestalt eines inneren kernähnlichen Gebildes. Liubuschin, A. Anglade’s Methode in ihrer Anwendung auf die Unter¬ suchung der Elemente der Neuroglie. Vortrag, gehalten in einer Sitzung der Gesellschaft von Neurologen und Psychiatren an der Moskauer Universität am 21 Dec. 1901. Entnommen dem zu S. Korsakoff’s Gedächtnisse gegründeten <Journal für Neuropathologie und Psychiatrie». Jalirg. II. Heft 3. Ss. 1 —10. Der Autor prüfte Anglade’s Methode («Nouvelle Methode de coloration de la Neuroglie». Arch, de Neurologie. Vol. XI. 1901. JVs 64) und gelangte zu dem Schlüsse, dass dieselbe Weigert’s Methode, was die Electivität anbe¬ trifft, nicht nur nicht nachsteht, sondern noch den Vorzug besitzt, dass sie einfacher ist, beständige, vollkommen befriedigende Resultate liefert und bei der Neuroglie sowohl der Menschen als der Tiere angewandt werden kann. Stopnitzki, S. Zur Frage nach der Polydactylie. Separatabdruck aus «Be¬ richte der Physico-mathematischen Gesellschaft». JVs 14 für Januar— December 1900. Mit 4 Tafeln. Ss. 1—44. Moskau. 1901. Der Autor beschreibt 2 Fälle von Polydactylie. 1 Fall. Ein 28-jähri¬ ger junger Mann besitzt zu je einer vollkommen entwickelten überschüssigen kleinen Zehe an jedem Fusse und 1 desgl. Finger ao der linken Hand. Dieselben sind dreigliedrig, wobei die Glieder an den Zehen mit einander durch be¬ wegliche Gelenke, an dem Finger durch Ankylose verbunden sind. Letzterer ist mit dem unteren Knöchel des normalen Fingers mittels eines wirklichen Ge¬ lenks verbunden, indem er dem Caput dieses Knöchels etwas seitwärts anliegt, wobei Caput Metacarpi gleichsam entzweigespalten ist. Dasselbe ist auch an dem rechten Fusse der Fall. Die überschüssige Zehe des linken Fusses da¬ gegen besitzt einen eignen Metatarsus, der viel dicker ist als derjenige der anliegenden fünften Zehe. Mit einem Worte, man hat, so zu sagen, eine Spaltung der normalen Zehe vor sich. Der Fall ist noch deshalb interessant, weil hier Vererbung eine Rolle spielt: eine ähnliche Anomalie boten auch der Vater und der älteste Bruder des Mannes. Dasselbe wurde auch von dessen Grossvater erzählt. Somit war Vererbung in drei Generationen festgestellt. Ob die beschriebene Anomalie noch weiter hinaufreichte, konnte nicht nach¬ gewiesen werden.