178 BIBLIOGRAPHIE. leiden an Bewegungsstörungen von ausgesprochenem atactischem Character und verlieren die Vorstellung von der Lage ihrer Extremitäten, ohne irgend welche Störungen der Hautsensibilität aufzuweisen. Nikolajew, W. W. Das Potographiren des Augenhintergrundes bei Tieren. Kasan. 1901. p. 84. Russisch. Verfasser giebt eine ausführliche Uebersicht der Literatur des Gegen¬ standes und beschreibt genau seine Methode, deren Hauptpunkte bereits früher publicirt wurden (S. Ber. 1900. p. 141). Phototypisch wiedergegebene Photo¬ gramme des Augenhintergrundes curaresirter und atropinisirter Katzen illu- striren die Wirkung auf die Blutgefässe der Netzhaut verschiedener in den Tierkörper eingeführter Gifte, wie Amylnitrit, Chloroform, Strychnin etc. Polubogatoff-Halbreich, N. L. Beiträge zur Frage über die Cocamisi- rung des Rückenmarks. Inaug.-Diss. Moskau. 1901. p. 216. Russisch. Verfasser untersuchte experimentell an Hunden die von den Chirurgen auf Grund der Quincke’schen Lumbalinjection ausgearbeitete subaraehnoïdeale Cocäinisirung des Rückenmarks und fand, dass das Cocain sich im Subarach- noidealraume weit nach unten und nach oben verbreitet und weiter in die graue Substanz des Rückenmarkes 1) durch Diffusion und 2) mit den Lymph - gefässen, die mit dem Araehnoidealraum communiciren, gelangt. Die anderen Ergebnisse haben mehr pharmakologischen, resp. chirurgischen Wert. Wwedensky, N. E. Erregung, Hemmung und Narkose. St.-Petersburg. 1901. p. 110. Russisch. Verfasser erweiterte in vielen Richtungen seine früheren Versuche über die Eigenschaften der Nerven (Ber. 1900, S. 14). Ein local narkotisirter Nerv weist im Verlaufe der Narkose ein besonders «paradoxales» Stadium auf, in welchem die narkotisirte Strecke für schwache Reize durchgängig, für starke dagegen undurchgängig ist. Versetzt man den Muskel in ausgiebigen Teta¬ nus durch mässige Reizung der narkotisirten Stelle des im paradoxalen Sta¬ dium befindlichen Nerven, so wird der Tetanus unterdrückt, resp. geschwächt, sobald man den Nerven oberhalb stark reizt: die starken von oben kommen¬ den Erregungen bewirken also in dem narkotisirten Teile einen Hemmungs¬ zustand. "Vf. sieht sich genötigt den Zustand der localen Nervennarkose im paradoxalen und im Hemmungsstadium mit einem besonderen localen und local bleibenden Erregungszustand, den er mit dem Namen, «Parabiose» bezeichnet, in Zusammenhang zu bringen. Diese weitere Auffassung der Nervennarkose wird begründet durch eine Reihe von Versuchen, welche beweisen, dass die Pa¬ rabiose nicht blos durch Narcotica, sondern auch durch sämmtliche uns bekannte Erregungsmittel der Nerven (mit Ausnahme blos des mechanischen Reizes, welcher nicht geprüft wurde) hervorgerufen werden. Behandelt man z. B. eine Nervenstrecke mit übermässig starken Reizen im Laufe einiger Minuten, so verliert diese Strecke die Erregbarkeit und Leitungsfähigkeit; beim Erholen von diesem Zustande erwacht zunächst die Erregbarkeit für schwache Reize; es entwickeln sich das paradoxale Stadium und Hemmungserscheinungen für oben am Nerven angebrachte starke Reize. Der Gedanke, dass der parabio-