bas Globulin des Blutserums und des Eiweisses. Seroglobin und Ovoglobin. Von Prof. Leo Morochowetz. Erste Periode—bis 1835. Synonyme: Albumen, Eiweiss, schleimige Substanz — Hewson, Schleim—Haller, ge¬ rinnender Stoff — Fordyce, Albumin (Ehoeissstcff) — Fourcroy, Eiweissstoff—Edler v. Jacquin, Albuminose — Bourget, Seralbumen und Ovalbumen — Brande, zum Teil Albuminin oder Oonin — Couê'rb. Allgemeine Begriffe. Historisches über die Benennung „Albumin“. Ohne uns in historisch-philologische Forschungen darüber einzulas¬ sen, ob die Benennung Eiweiss—albumen—daraus enstanden ist, dass die Flüs¬ sigkeit, welche das Eidotter umgiebt, zum Unterschiede von der Farbe dieses letzteren, w e i s s genannt wurde, oder daraus, dass die erwähnte Flüssigkeit unter der Einwirkung der Wärme sich wirklich in eine weisse Masse verwandelt *), können wir nicht umhin anzuerkennen, dass das lateinische Wort „albumen“ von dem Worte „albus“ in Verknüpfung mit der Farbe der das Dotter des Vogeleies umgeben¬ den Flüssigkeit abgeleitet wurde; desselben Wortes „weiss“ bedienen sich zur Be¬ zeichnung dieses Gebildes auch andere europäische Sprachen, doch in Verbindung mit dem Worte „Ei“: blanc d’oeuf, Fi(ey)weiss, white of an egg,—russisch: „64- jok1!.“. Andererseits lässt sich auch nicht bestreiten, dass die schon seit altersher beobachtete wunderbare Eigentümlichkeit des Hühnereiweisses, aus einem durch¬ sichtigen, flüssigen sich in der Wärme in einen harten, brüchigen, weissen Körper zu verwandeln, die Veranlassung gegeben hat, alle andern Flüssigkeiten des tierischen Organismus mit dem Hühnereiweiss zu vergleichen und in jenen nicht nur solche Eigenschaften aufzufinden, die sie mit letzterem gemein haben, sondern sie mit dem Eiweiss zu identificiren und daraufhin „albuminose Flüssigkeiten“ zu nennen. Soviel mir bekannt ist, begann Quesnay noch früher als andere Autoren (1747. 124 p. 349) sich des Adjectifs „albumineux“ zur Identificirung 3) jener Fliis- ') Manche Autoren schrieben diese Benennung geradezu der in der Wärme durch Coagulation veränderten Farbe des Einweisses zu; so lesen wir bei Cadet (1803,18 p. 195): „Albumen ou Albumine — on a donne le nom d’albumen à la matière du blanc d’oeuf, à la cause de sa blan¬ cheur, lorsqu’elle est coagulée par la chaleur. Weiter—bei Denis (32 p. 38): „On a pris pour type de cette substance, la matière visqueuse qui de¬ vient dure et blanche par l’action de la chaleur, matière qui, pour cela, à été appelée blanc ou albumen“. Gewöhnlich berufen sich die Verfasser lateini¬ scher Wörterbücher in Bezug auf das Wort „al¬ bumen“ auf Plinius, doch findet man weder in Buch XX, 2, noch in XXVIII, 18, 2, wo des Albumens erwähnt wird, dass die Benennung „al¬ bumen“ mit der weissen Farbe des durch Wärme coagulirten Eiweisses verknüpft sei; an beiden Stellen war, dem Sinne der therapeutischen Vor¬ schrift nach, das frische, flüssige Eiweiss gemeint: „Contra carcinomata adjicitur ovorum album“ (121 lib. XX, 50, 2) und „Salpe foret ilia oculos firmitatis causa: illinit sole usta, cum ovi albu¬ mine, efficius struthiocameli, binis horis (ibid, lib. XXVIII, 18, 2). So verbindet, Harvey’s Wor¬ ten nach, auch Fabrieius das Wort albumen mit dem flüssigen Zustande des Eiweisses: „Albumen ovi albus liquor, Plinio; ovi candidum, Celso; ovi albor, Palladio, & albumentum, Apicio.... Estque ovi liquor frigidus lentus, albus, varius crassitie....“ (71 p. 43). -) „La première forme, le sang et les lymphes des animaux, ses propriétés, qui sont assez sem¬ blables à celle du blanc d’oeuf, lui a fait donner le nom de s u c albumineux“ (124 p. 349). Diese von Quesnay gegebenen Bestimmungen wurden von Tarin in die erste Ausgabe der Encyclopädie von Diderot & d’Alembert (1751, 34 p. 246), auf¬ genommen; dasselbe findet man auch in der Aus¬ gabe von 1771 (35 p. 29, unterschrieben H. D. G.) unter dem Worte „albumineux“, während Fourcroy die Einführung dieses Ausdrucks sich zuschreibt (53 p. 661).