344 ANALYSES. Lawdowski, M. Prof. Unsre Begriffe liber die lebendige Zelle und de¬ ren Ursprung. Rede, gehalten gelegentlich des feierlichen Actes an der kaiserl. Militär-medicin Academie am 18-ten December 1900. Petersburg. 1901. ln dieser Rede macht der Autor den \ ersuch dem sogenannten Syncy¬ tium der Embryologen, welches zum Teil viel Analogie mit der lebenden, Jahrhunderte lang bestehenden, sich ewig erneuerenden und den Körper der Tiere bildenden Materie viel Analogie besitzt, eine weitgehendere Bedeutung zuzuschreiben, weshalb er die Ansicht ausspricht, dass die Zelle ein Aggregat von protoplasmatischen Teilchen (Molekülen) oder Teilchen (Molekülen) von Syncytium, d h. ein mit allen physiologischen zum Functionniren des Orga¬ nismus notwendigen Eigenschaften ausgestattetes Aggregat, ist. Diesem proto¬ plasmatischen Aggregat von leilchen (Molekülen) schreibt der Autor eine grös¬ sere Rolle in dem organischen Leben zu als der hochdifferencirten, mit einem Kern versehen Zelle. Seiner Ansicht nach erschöpft der Process der indirecten Teilung den Lebenscyclus bei weitem nicht. In manchen Fällen (z. B. bei der Furchung der Eier), wenn die Kerne und vielleicht auch die Zellkörper, Lawdowski nach, keine ihnen ähnlichen Vorgänger haben, bilden sich Kerne durch Aggregation sich auf chemischem Wege ausscheidender Moleküle von Nucleinsubstanz des Protoplasmas oder des Syncytiums, um welche herum durch allmalige Zergliederung oder Teilung dieses Protoplasmas sich die Zell¬ körper selbst formen. Indem das Dotter dem Embryo als Nahrung dient, kön¬ nen sich dessen vitelline Teilchen oder Moleküle in Zellkeime verwandeln. Noch mehr: das Dotter das Hühnereies fängt noch lange vor der Reife und der Befruchtung des Eies an sich zu segmentiner. Aus den gelben Kügel¬ chen des Dotters bilden sich weisse, und geht, unter Nucleinausscheidung, Kernbildung und danach Zellbildung vor sich. Die Ansicht verfechtend, dass der Kern im Eie vor der Entwicklung verschwindet nimmt Prof. Lawdowski folgenden Process an: der Kern mit allen seinen Bestandteilen zerfällt und führt in das generative Syncytium des Eies die unzählige Menge seiner Moleküle ein, welche dasselbe definitiv zur Befruchtung vorbereiten. Somit wäre der historische Ausspruch: <omnis cellula e cellula» und <omnis nucleus e nucleo» weniger im morphologischen als im chemischen Sinne zutreffend. Narbut. W. Dr. Ueber die Veränderungen der Hirnrinde während des natürlichen Schlafes, (aus dem pathologe-anatomischen Laborato¬ rium von Prof. W. Bechtereff, Mitgliede der Akad. d. Wissensch.). < Psych. Obozrenie> M 1, 1901. Narbut, W. Dr. Zur Frage nach der histologischen Theorie des Schla¬ fes. (Aus dem pathologo-anatomischen Laboratorium von Prof. Bech¬ tereff1, Mitgliede der Akad. d. Wissensch.). <Psvch. Obozrenie> jV 3, 1901. Der Autor ist auf Grund seiner Experimente an jungen Hunden zu fol¬ genden Resultaten gelangt. Im Ruhezustände (Schlafe)' tritt Perlzustand der Dendriten ein, und je tiefer der Schlaf ist, desto schärfer ist diese Erscheinung ausgeprägt, da unter dem Einflüsse chemischer Processe (Anhäufung von