70 Litteraturbericht blieben: des Mitschwingens einer auf den bezüglichen Oberton ab¬ gestimmten Gabel und der Schwebungen durch eine gleichzeitig tönende Gabel von etwas abweichender Höhe. Beide Erscheinungen sollen nach der Annahme mancher Forscher auch vom Zusammenwirken der Hülfs- gabel mit dem Grundton herrühren können. Ich habe nun bei Aus¬ schaltung von Obertönen mit Hülfe von Interferenzröhren und mit Über¬ leitung in abgetrennte Bäume gefunden, dafs wenigstens innerhalb der Stärkegrenzen, die in akustischen Versuchen innegehalten zu werden pflegen, sowohl das Mitschwingen als das Schweben von Gabeln von entsprechender Höhe immer nur durch den Ob ertön, niemals direkt durch den Grundton hervorgerufen wird. Darauf habe ich diese Kriterien auf eine Beihe verschiedener Gabeln und anderer relativ einfacher Klangquellen angewandt und deren Zu¬ sammensetzung festgestellt. Es fanden sich Gabeln (namentlich elektro¬ magnetisch erregte), die bei starker Schwingung alle Teiltöne bis zum 12., ja 16. enthielten. Auch die kleine KÖNiGSche Wellensirene gab bei Anwendung von Sinuskurven immer noch den 2., 3. und 4. Teilton, den 2. sogar recht stark. An diesem Instrumente wurde schliefslich auch festgestellt, dafs die Klangfarbenänderung bei blofser Phasenverschiebung, die da durch demonstriert werden sollte, auf Veränderungen in der relativen Intensität der Obertöne beruht. Der daraus abgeleitete Einwand gegen Helmholtz’ Lehre fällt also hinweg. Für künftige Untersuchungen folgen die Begeln, 1. dafs in jedem einzelnen Falle, wo Obertöne einen Einflufs auf das Ergebnis haben können, die benutzte Klangquelle mit den angegebenen Mitteln besonders auf ihre Zusammensetzung geprüft werden mufs, und dafs man sich nicht mit der theoretischen Deduktion, wonach solche Klangquellen einfache Töne oder Klänge mit blofs geradzahligen oder blofs ungeradzahligen Teiltönen geben „müssen“, beruhigen darf ; 2. dafs, wo es auf einfache Töne ankommt, die Stärke des Klanges so gering genommen werden mufs, als es sich nur immer mit dem Zweck der Untersuchung verträgt (und in der That kann man z. B. bei Studien über Unterschiedsempfindlichkeit u. dergl. in ruhiger Umgebung ohne Nachteil sehr schwache Töne benutzen), oder dafs die Obertöne durch Interferenz ausgeschlossen werden müssen. Hierbei darf man sich aber auch wieder nicht mit der blofsen Berech¬ nung aus den Böhrenlängen begnügen, sondern mufs den wirklichen Wegfall des Tones durch den Wegfall aller Schwebungen mit einer nahezu gleichgestimmten Gabel in jedem einzelnen Fall kontrollieren. Seite 672 des Aufsatzes, Z. 15 von oben bitte ich, „vielleicht“ in „vielmehr“ zu verbessern. J. D. Eveeett. On Resultant Tones. Philos. Mag. 41. No 250. S. 199—207. 1896. Um die „resultierenden“ (Kombinations-)Töne zu erklären, ver¬ sucht E. es mit einer mathematischen Ableitung, deren Voraussetzungen und Ergebnisse mit einem Teile der Thatsachen übereinstimmen, zu der gröfseren Menge der Thatsachen jedoch im Widerspruch stehen, woran