298 A N A L Y S E S. Schloss, F. Die Aethernarkose; deren Einfluss auf die automatischen Nervenknoten des Herzens. (Dissert. St.-Petersburg. 1897). Der Autor studirte den Einfluss der Aethernarkose auf die automatischen Ganglien des Herzens bei Kaninchen und Hunden. Aus den Herzen narkotisirter Tiere wurden Präparate bereitet, deren Untersuchung dem Autor zeigte, dass Aethernarkose in den Ganglien des Herzens parenchymatöse Veränderungen hervorrutt. In den Nerveuzellen bemerkt man trübe Schwellungen des Proto¬ plasmas, Schwinden des Fettes, peripherisches und centrales Oedem. Die Kerne weisen körnige Structur, Vacuolisation, Anzeichen von Atrophie auf. Während derselben Zeitdauer bedingt Chloroformnarkose eben solche, doch schärfer ausgedrückte Veränderungen. Im Gegensatz zum Chloroform ruft Aether keine Hyperämie der die Ganglien des Herzens umgebenden Gebisse hervor und verursacht keine Blutergiessungen in das Fett- und das Muskelgewebe. Das Flimmerepithel der Brochien wird von Aether stärker als von Chloroform an¬ gegriffen. Tikanadze, I. Materialien zur Frage nach dem Einfluss des Thyreoidins auf die Assimilation der Fette bei gesunden Menschen. (Disserta¬ tion. St.-Petersb., 1897). Thatsachen zeigen, dass unter der Einwirkung von Schilddrüsenpräparaten der Stickstoff- und Gaswechsel im Organismus in stärkerem Maase vor sich gehen. Eben diesem erhöhten Stoffwechsel schreiben viele Autoren die giin- stige Wirkung der Schilddrüsenpräparate bei der Behandlung der Fettlei¬ bigkeit zu. Da es für die endgültige Lösung dieser Frage an Thatsachen über den Einfluss der Präparate auf den Wechsel und die Assimilation der Fette fehlte, so veranstaltete Dr. Tikanadze, um diesem Mangel abzuhelfen, Beobachtungen an Menschen und erhielt folgende Resultate: bei dem Gebrauch von Schilddrüsenpräparaten ist die Assimilation des Fettes herabgesetzt, die Auscheidung des Urins ein wenig vermehrt. Das Körpergewicht fällt, wobei das Fallen desselben mit der verminderten Assimilation der Fette, dem ver¬ stärkten Albuminwechsel und der vermehrten Wasserausscheidung verknüpft zu sein scheint. Alit dem Aufhören des Gebrauchs von Thyreoidin nehmen nach kurzer Zeit Fettassimilation und Körpergewicht wieder zu. Die secundä- ren Erscheinungen bei dem Gebrauch dieses Mittels sind, dem Autor nach, individuellen Eigentümlichkeiten des gegeben Organismus zuzuschreiben. Da die Schilddrüsenpräparate den Stickstoff- und Sauerstoffwechsel befördern, die Assimilation der Fette zugleich vermindern, so können sie für den Organismus keine indifferenten Mittel sein. Potapenko, W. Notize über die Wirkung des Extracts Chelidonii majoris bei Krebsleiden. (Medic. Rundschau 1897, S. 440). Die Anwendung dieses Mittels bei Kranken, die am Krebs litten, leitete den Autor zu folgenden Schlüssen: in Fällen von cancerösen Erkrankungen der Haut scheint das Extract auf die Neubildung zu wirken. Sind aber innere Organe am Krebs erkrankt, so bessert Chelidon. nur die Thätigkeit der Verdau¬ ungsorgane, ohne auf die Krebsgeschwülste irgend eine Wirkung auszuüben.