288 A X A LYSE S. Andriuschtschenko, E. Ueber den Einfluss des Airols auf die Bactérien. (Wratsch, 1896, JV® 36, S. 991). Thatsachen zahlreicher mit Bac. authracis und Staphylococcus ange- stellter Versuche haben gezeigt, dass nach 15 Minuten langer Einwirkung von Airol das Wachstum der Microben sich verzögert. Ausgesäete Culturen, die der Einwirkung 30 Minuten lang ausgesetzt gewesen waren, entwickelten sich garnicht. Es ist bemerkt worden, dass die stärkste Wirkung des Airols mit dem Beginn der gelben Färbung, d. h. mit der maximalen Ausscheidung von freiem Iod, zusammentrifft. Blumenau, M. Ueber die Behandlung von fibröser Lungenentzündung mit salzsaurem Pilocarpin. (Wratsch, 1896, JV2 39, S. 1083). ln der Absicht die Aussagen einiger Autoren über die günstige Wir¬ kung des Pilocarpins bei fibröser Lungenentzündung näher zu prüfen, stellte der Autor eine Reihe klinischer Beobachtungen an, die ihn zu dem Schlüsse geleitet haben, dass dieses Mittel die Krankheit weder unterbricht noch sonst irgendwie auf die Dauer derselben oder auf die Verbreitung des Entzün- dungsprocesses einwirkt. Auf das bedeutende und schnelle Fallen der Tempe¬ ratur, welches häufig bei der Behandlung mit Pilocarpin eintritt und gewöhn¬ lich nur kurze Zeit anhält, folgt mehr oder weniger anhaltende Tempera¬ turerhöhung. Bei der Behandlung mit Pilocarpin vergeht die Entzündung nicht auf kritischem sondern auf lytischem Wege. Klimenko, W. Dermatol als Antidiarrhoicum. (Wratsch, 1896. V 41. S. 1143). Nachdem der Autor Dermatol in 60 Fällen angewandt hatte, gelangte er zu dem Schlüsse, dass dasselbe als Antidiarrhoicum grössere Aufmerksamkeit verdient als ihm bis jetzt zu Teil geworden ist. Romanoff, F. Pros. Zur pathologischen Anatomie der Vergiftung mit chlorsaurem Kali. Ein Fall von Vergiftung mit Bertholletsalz, be¬ gleitet von fettiger Embolie in den Lungen und andern Organen (Wratsch, 1796, JV® 41, S. 1141, JY2 42. S. 1178). Bei der Autopsie einer an Vergiftung mit chlorsaurem Kali Gestorbenen fand der Autor ausser anderen, schon früher beschriebenen, Veränderungen in den inneren Organen, noch eine sehr verbreitete Verstopfung der Gefässe mit Fett, auf welche früher kein Forscher aufmerksam gemacht hatte. Die Embolie der Gefässe mit Fett trat am schärfsten in den Lungen, wo, ausser den Capillaren, auch kleine Arterien verstopft waren, schwächer im Gehirn, dem Herzen und den Nieren und um schwächsten in der Milz und der Le¬ ber hervor. Um zu prüfen, ob die Embolie das Resultat der Vergiftung wrar oder irgend eine andre, zufällige, Ursache hatte, stellte der Autor Ver¬ suche an Tieren an, die er mit chlorsaurem Kali vergiftete. Es wurde da¬ bei ein Bild erhalten, welches die Voraussetzung, dass die Verstopfung der Gefässe mit Fett das Resultat der Vergiftung mit chlorsaurem Kali sei, be¬ stätigte.