A N A L Y S E S. 287 Zarubin, W. Zur Frage nach der Behandlung von Hautkrankheiten mit Präparaten der Schilddrüse. (Wratsch, 1896, N° 25, S. 703). Der Autor stellte seine Beobachtungen an Kranken an, die an Schuppen- Hechte und Sycosis nicht bacteriellen Ursprungs litten und Thyreoideum siccum gebrauchten. Die Wirkung des Mittels auf die Functionen des Organismus machte sich folgendermaassen kündbar: die Pulsfrequenz war von dem 8—4 Tage der Behandlung an immer erhöht, wobei der Puls aber voll und regelmässig blieb; die Temperatur blieb normal; Kopfschmerzen und Geräusch im Kopfe stellten sich schon 1 — 2 Wochen nach Beginn der Behandlung ein; alle Kran¬ ken klagten über Schwäche und Zerschlagenheit in den Gliedern. Die Ernäh¬ rung hatte bei 2 Kranken (von den 4 mit Thyreoidin behandelten) gelitten. Allgemeine Müdigkeit und Schwäche waren von Blässe und Abmagerung be¬ gleitet. Gewichtsabnahme hatte bei allen Kranken stattgefunden; bei zweien wurden im Verdauungsapparat Abweichungen von der Norm beobachtet. Die 24-stündige Harnmenge war bei allen ohne Ausnahme vermehrt. Zwei von ihnen litten an Schlaflosigkeit, empfanden eine gewisse Beängstigung und Zit¬ tern der obern Gliedmassen. Infolge dieser Erscheinungen hielt der Autor weiteres Experimentiren an Menschen für geradezu unzulässig, um so mehr als das Mittel auf die Hautkrankheit ohne Wirkung geblieben war. Kulbin, N. Zur Frage nach dem physiologischen Einfluss der peripheri¬ schen Reizmittel. Der Nesselbrand. Eine experimentelle Beobachtung an gesunden Menschen. (Wratsch, 1896, 27, S. 755). Vor allem prüfte der Autor Buchheim's Ansicht, der Nesselbrand wer¬ de durch die in der Nessel enthaltene Ameisensäure verursacht, indem er durch verdünnte Ameisensäure Brandwunden hervorrief, welche den durch Nesseln verursachten nach vollkommen glichen. Weitere Experimente des Autors bestanden darin, dass er gewisse Körperstellen während einer bestimmten Zeit dem Nesselbrande unterwarf. Die Folgen davon waren: Hyperämie der gereizten Stelle, von brennendem Gefühl begleitet, stets erhöhter Blutdruck, härterer und etwas vollerer Puls, tieferes und etwas beschleunigtes Atmen. Die Empfindlichkeit gegen Berührung und Schmerz war an den Brandstel¬ len etwas herabgesetzt, kehrte aber mit dem Schwinden des Nesselfiebers wieder zurück. Jurmann, I. Zur Frage nach der Behandlung der Magenschmerzen bei Tabes dorsalis mit oxalsaurem Cerium. (Wratsch, 1896, W 82, S. 889). Vor allem untersuchte der Autor die antifermentativen Eigenschaften des oxalsauren Ceriums, wobei es sich erwies, dass dasselbe auf die Fäulnissprocesse und die Entwicklung des perniciösen gelben Coccus hemmend wirkt, folglich nicht blos eine mechanische Wirkung ausübt, wie von vielen Autoren ange¬ nommen wird. Diese antifermentativen Eigenschaften erklären, dem Autor nach, die woldthuende Wirkung von Cerium oxalicum auf die Magenschmerzen bei an Tabes dorsalis Leidenden.