Zur Anatomie des Wickelschwanzes. I. Die Fascien und Muskeln des Schwanzes Cercoleptis caudivolvuli ')• Von Dr. Paul Statkewitsch. Assistenten am Lehrstuhl für Anatomie und Physiologie der Tiere an dem Agrono¬ mischen Institut zu Moskau und am Physiologischen Institut an der Moskauer Universität. Der Wickelbär— Cercoleptes caudi volvulus— gehört zu der Ordnung der Fleischfresser (Carnivora) und wird der Familie der in Süd-Amerika und In¬ dien lebenden kleinen Bären (Ursidae) zugezählt. Dieses hübsche Tierchen besitzt einen Wickelschwanz, dem es seinen Namen verdankt. Die relative Seltenheit dieses Tierchens ist wahrscheinlich der Grund weshalb man in der einschlägigen Literatur nur sehr wenige Arbeiten trifft, die sich mit demselben beschäftigen; so ist es mir gelungen nur einige mehr oder weniger ausführliche Beschreibungen seiner Lebensweise und Gewohn¬ heiten aufzu tin den. Was die Anatomie der Muskeln desselben anbelangt, so ist mir nur eine einzige Arbeit bekannt, in welcher der Autor, der englische Naturforscher Bestrick-Perrin (1), eine Beschreibung der Muskeln der Extre mitäten von Cercoleptes caudivolvulus giebt; hinsichtlich des Schwanzes, dieses für das Tier so charakteristischen Organs, habe ich in der Literatur jedoch gar keine Angaben gefunden, wenn man von folgenden Worten Haake’s (2) absieht: < Sein Wickelschwanz zeigt eben erst eine in der Entstehung begriffene Greiffläche, die nur durch die eigentümliche Lagerung der Haare (s. unten¬ stehende Abbildung) angedeutet ist. Diese sind nach den Seiten hin auseinan¬ der gedrängt: der erste Schritt zur Entstehung einer echten Greilfläche, wie wir sie bei den Klammeraffen linden, durch die vererbten Folgen fortgesetzter Haarverstümmelungen». Der Liebenswürdigkeit des Directors des Moskauer Zoologischen Gartens, Herrn Antuschewitsch" der mir das Exemplar eines im Zoologischen Garten verendeten Wickelbären überlassen hatte, verdankte ich die Möglichkeit, die Anatomie des Wickelschwanzes näher zu studiren und auf diese Weise eine in der zoologischen Literatur vorhanden gewesene Lücke auszufüllen. Bei dem Präpariren erwies es sich, dass, obgleich die Muskeln des Schwan¬ zes dieses Säugetieres in der Anordnung und Insertion derselben dem für die Langschwänzer überhaupt allgemeinen charakteristischen Typus [Meckel (3); Mû¬ rie and Mivard (4); Bronn (5)] entsprechen, dieselben zugleich einige besondere Züge aufweisen, die ich weiter unten ausführlich beschreibe. ü Bericht, gehalten im Jahre 1901 in einer Sitzung der Physiologischen mul in einer Sitzung der Zoologischen Abteilung der Kais. Gesellschaft von Fr. d. Naturwissenschaften, d. Anthr. u. Ethnugr.