196 EINIGE BEOBACHTUNGEN ÜBER INTERMITTIERENDE NETZ HAUTREIZUNG. aus zwei Theilen zu je 90° von der betreffenden Farbe und aus zwei Theilen zu je 90° Grau, befindet. Dreht man nun eine solche Scheibe, so werden die grauen Theile, wie es früher für die schwarz-weissen Scheiben beschrieben war, immer gedehnter und füllen fast vollständig den Hing aus; sie erscheinen aber jetzt nicht grau, sondern complementär gefärbt und in einer enorm starken Sättigung. Dreht man anfangs die Scheibe sehr schnell, so er¬ scheint der Hing homogen und weist eine Farbe auf, die dem Gemisch aus der betreffenden Farbe und dem Grau entspricht. Lässt man nun die Scheibe auslaufen, so wird zu gleicher Zeit mit der Verlangsamung der Drehung, der Hing immer mehr und mehr deutlich complementär; wenn die Scheibe sich schon sehr langsam dreht, so erscheint die complementäre Farbe sehr stark, ja, man kann sagen, blendend stark gesättigt. In den ersten Augenblicken, nach¬ dem die Scheibe ausgelaufen ist, sieht man noch die starke Sättigung der complementären Färbung: gleich darauf, besonders wenn man für einen Mo¬ ment die Augen von der Scheibe abgewendet hat, schwindet die starke Sät¬ tigung, und die grauen Theile erscheinen nur schwach durch simultanen Con¬ trast complementär gefärbt. Wenn wir einen Hing, der beispielsweise aus grauen und rothen Theilen besteht, auf eine Scheibe, deren Farbe dem Gemische des Doth und des Grau des Hinges entspricht, aufsetzen, so erhalten wir Hesultate, die von den oben beschriebenen in einer bestimmten Hichtung abweichen. Tragen wir auf die Scheibe Fig. 11 Grau anstatt Weiss, und Hoth anstatt Schwarz auf, so wer¬ den beim Drehen einer solchen Scheibe die grauen Theile des Hinges eben¬ falls complementär: sie dolmen sich aber nicht auf Kosten der rothen Theile des Dinges aus, Bei langsamer notation erscheinen die grauen Theile des Dinges complementär und die rothen mehr gesättigt, als sie auf der stillste¬ henden Scheibe waren. Zur Theorie der IlnrnUiUlimg. Von Dr. K. Bujniewscz, Arzt am Alten Katharinen Krankenhause in Moskau. Im Jahre 1826 legte Dutrochet mit seinen botanischen Forschungen den Grundstein zur Lehre von der Osmose, dieser Lehre für die Zukunft eine grosse Bedeutung verheissend. 50 Jahre später unterwarfen Traube und besonders Pfeffer die Erscheinun¬ gen der Osmose einem allseitigen Studium und 10 Jahre darnach, im Jahre 1886, veröffentlichte van't Hoff seine Theorie des osmotischen Drucks der Lösungen.