Eiuige Beobachtungen über iutermittireude Xclzliautreizung. Von Dr. A. Samojloff, Priv.-Docent der Physiologie an der Kaiserlichen Universität zu Moskau. Am Schlüsse seiner 7. Mittheilung über intermittirende Netzhautreizung gelangte F. Sch euch auf vielen Umwegen zu dem Satze, «dass eine ganz mit abwechselnd schwarzen und weissen Sectoren erfüllte Kreiselscheibe gerin¬ gere Umdrehungsgeschwindigkeit nötliig hat, um gleichmässig auszusehen, als eine nur zur Hälfe mit gleichmässigern, dem Sectorengemisch gleichhellem Grau erfüllte Scheibe ». Diese Erscheinung wurde dann später von Schenck in sei¬ ner 8. Mittheilung genauer beschrieben. In dieser Mittheilung ist eine Scheibe abgebildet, die als "beste Demonstration des aufgestellten Satzes dienen kann. Der innere Ring der Schenck’schen Scheibe (Fig. 1.) besteht aus vier ab¬ wechselnd schwarzen und weissen Sectoren von je 90°; der äussere Ring enthält zunächst 90u Schwarz, daran anschliessend zu beiden Seiten je 52,5° Weiss und zwischen den letzteren elf Sectoren abwechselnd schwarz und weiss von je 15°. Der äussere Ring ist somit aus dem inneren dadurch gebildet, dass man 180° des letzteren durch gleichhelles Grau ersetzt. Um gleichhelles Grau leicht und sicher herstellen zu können, bedient sich Schenck eines sinnreichen und sehr zweckmässigen Verfahrens, nämlich des Ausfüllens der nöthigen Sectorenbreite durch kleine schwarze und weisse Sectoren von entsprechender Breite; die kleinen Sectoren vermischen sich schon bei der geringsten Drehungsge¬ schwindigkeit der Scheibe zu einem gleichmässigen Grau. Dreht man die Scheibe Fig. 1, so bemerkt man leicht, dass der innere Ring schon gleichmäs¬ sig aussieht, wenn der äussere Ring noch deutlich flimmert. Diese Thatsache, von deren Richtigkeit man sich mit Leichtigkeit überzeugen kann, ist nach Sehen ck merkwürdig und allen unseren theoretischen Anschauungen über intermittirende Netzhautreizung widersprechend. Man sollte erwarten, meint Schenck, dass die halb graue Scheibe zum Mindesten nicht schneller, vielleicht eher langsa¬ mer gedreht werden muss als die andere, um gleichmässig auszusehen. Sch en ck sucht daher die bekannten von Fick für das Anklingen der Netzhauterregung aufgestellten sägeartigen Erregungscurven durch eine neue, der neuen That¬ sache angepasste zu ersetzen. Es fragt sich nun, ob die von Schenck beobachtete Erscheinung wirk¬ lich so unerwartet, so unverständlich ist, wie es im ersten Augenblick scheinen mag, und ob dieselbe uns in der That zu neuen theoretischen Aufstellungen zwingen kann?