PIE CHRONOPHOTOGRAPHIE IM PHYSIOLOGISCHEN INSTITUT. 53 Strahlen durchlasse. Die andere, höher gelegene, würfelförmige Laterne hat Wände aus gelbem Papier. Ausschalter, die man immer bei der Hand hat, ermöglichen, sich nach Wunsch ohne Schwierigkeit der einen oder der an¬ deren Laterne zu bedienen. An derselben Wand sind auch Hähne zur Beleuch¬ tung oder zum Erwärmen mittels Glühgas angebracht. 2. Das helle Zimmer (Fig. 1, II) ist ebenfalls mit Konsolen, einem Tische und ausserdem mit einem Schranke zum Aufbewahren der lichtempfindlichen Platten und des Papiers versehen. Gas, Elektrizität und Wasser sind auch hier vorhanden. 3. Die Monsterhammer oder eigentliche photographische Kammer (Fig. 1. Ill) steht mit den übrigen Abteilungen durch gut schliessende Türen in Verbindung, sodass man aus einem Raume in den andern dringen kann, ohne fürchten zu müssen, dass lichtempfindliche Platten oder Papier zu Scha¬ den kommen, wenn man sie unbedeckt aus einer Abteilung in die andre trägt. Die freie Ecke der Monsterkammer ist abgestumpft und besitzt eine 50 Ctm. lange und 40 Ctm. breite Oeffnung, die sich 1 Meter hoch über dem Boden befindet. Diese Oeffnung kann durch ein in senkrecht angebrachten Falzen leicht verschiebbares Brett geschlossen werden. In der Mitte des Bret¬ tes befindet sich eine runde, 20 Ctm. breite Oeffnung, in welche ein Ring mit Stellschrauben und ein Tubus zur Aufnahme, von der Aussenseite der Kammer, photographischer Objektive, eines Mikroskops u. dergl. eingefügt sind, welch letztere das Bild von in dem optischen Zimmer befindlichen Ge¬ genständen auf die lichtempfindliche Platte oder Papier P in der Monsterkam¬ mer projiziren (Fig. 1). Um grosse Bilder zu erhalten, ersetzt man obiges Brett durch einen Balg L, wohin jetzt das Objektiv u. s. w. kommt. Mit dem einen Ende ist der Balg in der Wand der Monsterkammer befestigt, mittels des andern steht er mit einem Rahmen, der in den Falzen des im optischen Zimmer befindlichen Tisches verschiebbar ist, in Verbindung. Die Lichtquelle S, ein Volta'scher Bogen oder irgend eine andere, wird entweder auf demselben Tische oder auf einem besonderen Stativ angebracht. Das Bild des Gegenstandes wird entweder auf eine Negativplatte oder auf Negativpapier projizirt, welches an einen Rahmen mit vielen Einlagen von gewöhnlicher Grösse, zwischen 9 >< 1- und 40 X 50 Ctm., befestigt wird... Der Rahmen ist nach dem Typus von Kasseten mit Einlagen, doch ohne Schieber gefertigt; eine solche Einrichtung schliesst alle anderen Kasseten aus. Die au den Rahmen befestigte matte Platte wird in dem Brennpunkte eingestellt, wobei das Bild sowohl von der Vorder- als auch von der Rückseite betrachtet werden kann. Ohne die Kam¬ mer zu verlassen, ersetzt man nun die matte Platte durch eine empfindliche. Es versteht sich, dass bei dem Wechseln der Platten die Kammer nur von der rothen Laterne Licht erhält, nachdem das Objektiv von der Kammer aus mittels eines Deckels verdeckt worden ist. Nach der Exposition wird die Ne- gativplatte zu weiterer Bearbeitung in das Dunkelzimmer I gebracht. Ausser dem eben beschriebenen Rahmen mit vielen Einlagen ist in der Camera obscura noch ein bewegliches Brett von 80 X 80 Ctm. Grösse vor¬ handen, welches zum Vergrössern der Bilder dient.