226 BIBLIOGRAPH! E Kistiakowski, W. Dr. med. I. Eine neue Art Glycogen aus der Leber und den Muskeln erwachsener Tiere und Embryonen abzuscheiden. Ueber die Bedeutung des Glycogens als Bestandteil des Muskel¬ plasma. 1893. II. Die schnellste Art Glycogen aus der Leber und den Muskeln abzu¬ scheiden und dasselbe quantitativ zu bestimmen. Ueber die chemi¬ sche Zusammensetzung des tierischen Protoplasma. 1895. III. Einige Bemerkungen über die Methodik der Abscheidung des Glyco¬ gens und über die Form, in der es sich in den Geweben befindet. Nach einer vergleichenden Uebersicht über die von Cl. Bernard, Kühne Brücke, Abeies, Böhm, Külz, Dietl u a. angewandten Methoden giebt Autor in der ersten Arbeit die Beschreibung der von ihm erdachten. Im Gegensatz zu dem allen früheren Verfahrungsweisen gemeinsamen Auskochen der Gewebe mit schwacher Alkalilauge, um den Uebergang des Glycogens in Zucker zu verhüten, verwendet Dr. Kistiakowski zu demselben Zwecke Kälte und schwache Säurelösungen, wodurch die diastatischen Fermente zwar nicht zerstört, aber auf eine gewisse Zeit unwirksam werden. Seine Verfahrungsweise ist folgende: sogleich nach dem Abtöten des Tieres werden in einem kalten Baume die zer¬ kleinerten Teile (Leber, Muskeln) in einem abgekühlten Mörser zu einer ho¬ mogenen Masse zerrieben und dann mit sehr kaltem Wasser (bis 0") oder 1%—2%-iger Salzsäure so lange ausgezogen, bis der Extrakt keine Reaktion auf Glycogen mehr giebt. Der Extrakt wird hierauf mit Brücke’scher Jodkali¬ quecksilberlösung Hg, I,K, behandelt, das Glycogen aus dem Filtrat mittels Alkohol ausgefällt und nach dem Auswaschen mit Alkohol und Aether über Schwefelsäure getrocknet. Das so gewonnene Glycogen bildet ein amorphes Pulver, welches beim Verbrennen keine Stickstoff Verbindungen und nur Spu¬ ren von Asche aufweist. 0,258 Gr. Glycogen lieferten beim Verbrennen mit Kupferoxyd und Sauerstoff—0,421 Gr. CO, und 0,165 Gr. HO, somit C— 44,49%, H— 7%, 0—48,51%, die Formel fordert: C—44,45"/,, H — 6,16%, 0—49,30%. Den Ueberschuss an H sollen weitere Versuche erklären. Das auf kaltem Wege abgetrennte Glycogen ist in Wasser schwerer lös¬ lich als das auf gewöhnliche Weise gewonnene und giebt stärker opalescierende Lösungen. Zu quantitativen Bestimmungen eignet sich die neue Verfahrungsart weniger gut, da ein Teil des Glycogens in den Geweben zurückbleibt und schliesslich doch durch Auskochen gewonnen werden muss; doch bietet diese Methode das Interesse, dass man das Glycogen, gleich dem pflanzlichen Stärkemehl, in seiner natürlichen Gestalt, so, wie ist in den Geweben enthal¬ ten ist, erhält. Ausserdem kann es zu einem vergleichenden Studium mit dem auf anderem Wege erhaltenen Glycogen, sowie zur Bestimmung von dessen Stellung zu den anderen Gliedern den Anhydridgruppe der Kohlenwasserstoffe dienen. In seiner 2-ten Arbeit bespricht der Autor die Anwendung seiner Me¬ thode auch auf die Abscheidung des Glycogens aus embryonalen Geweben. Es lässt sich aus letzteren beinahe vollständig abtrennen, da es sich in densel¬ ben zum Teil in plasmatischem Zustande befindet und auch von den festeren Teilen beim Auspressen durch Iminwand leicht abgegeben wird.