Literaturbericht 465 allmählicher Zuführung des Stroma durch Aenderung eines Flüsaigkeits- widerstandea verkürzt beide Arten von Reactions Zeiten. In welcher Weise dies wirkt, ob als mittelbar© Anregung nach Art der obigen oder auch nur als Begünstigung der Reizaufnahme durch Richtung der Aufmerksamkeit auf den Kopf oder schliefslich durch günstig© locale Anregung, rnufs dahin gestellt bleiben. Ein© gewissei Anregung lief« sich nach dem Versuch als zum mindesten nach wirkend feststellen. Verlängerung der Reactionszeit durch zu lange Beanspruchung ist noch keineswegs mit beginnender gröfserer mittlerer Variation verbunden, ein© den Experimentatoren wohl kaum entgangene» aber auch für die Theorie nicht unwichtige Thatsache, zumal sich dieselbe Erscheinung bei möglichst schneller Wiederholung gleicher Bewegungen überhaupt gezeigt hat (Versuche von Bliss und Moors mit fortlaufender zeitlicher Regiatrirung). Dies© „Up time“-Versuche sind indessen, wie unter Umständen auch ©rgo- graphisclie Versuche, in letzter Hinsicht zunächst als Reactionaversuch© in starker Häufung anzusehen, bei denen der Reiz dem Beobachter sozusagen von selbst gegeben wird» ferner aber eine Verbindung mit Automatismus ein tritt Man kann also zunächst annehmen, dafs der Anspruch an Zeit eher ein gröfserer wird, als dafs die automatische Regelmäßigkeit der Be¬ wegung Einbuße erleidet Aber schon aus der rohen Beobachtung heraus ist zu sagen, dafs in Folg© der Abspannung durch Wiederholung auch das Verstftndnifs des Reizes hinsichtlich seiner Bedeutung Einbuße erleidet und demnach auch die Zeit für das Erfassen bezw. auch nur Wahrnehmen desselben verlängert wird. Dieses gilt nun insbesondere auch für die Reactionszeiten. In dieser Weise ist es auch zu verstehen, dafs zu lange Beanspruchung durch Reactionen einen weit erheblicheren Einfluß auf die Reactionszeit ausübt, als allgemeine Beanspruchung durch durchgemachte Tagesthätigkeit» wofür hier so bekannt ähnliche Thatsachen sind, be¬ stimmtere Zahlen gegeben werden. Di© mitgetheilten Thierversuche schliefslich sind schon wegen ihrer Vieldeutigkeit weniger von Bedeutung. Man bleibt bei ihnen schon über di© psychisch© Intensität der Reize bei der angewandten elektrischen Reizung, ferner über die physische Intensität der unmittelbaren elektrischen Hirareizung u. dergl immer im Unklaren» ferner lassen sich dabei nur schwierig sozusagen „mehr14 sensoriell© Reactionen erhalten» muß demnach auch bei sorgfältigster Durchführung sich hier in etwaigen Hoffnungen «ehr einschränken. P. Mbwtz (Leipzig). E. B. Djclababrb, R. R. Louas and A. Z. Ried. The for©# ill lipliltf if Reaction Movements. Psyckol. Bfw, IV (6), S. 816—631. 1897. Die bei Reactionen von der Hand nach aufwärts zu geleistet© Arbeit werde bei genügender Belastung und möglichst schnellem und kurzem. Reagiren einerseits durch die Wegläng© der Erhebung einer auf Arbeits¬ leistungen von, Gewichten tarirten Quecksilbersäule gemessen, anderenteils durch Messung der Zeitdauer der Bewegung mittels graphischer Registrirnng derselben. Arbeitsleistung ohne Berücksichtigung der Zeitdauer und Zeit¬ dauer der Bewegung ohne Berücksichtigung des Weges weisen erheblicher© mittlere Variationen auf, diejenige des Quotienten (Weg durch Zeit) ist da- Zoitschrift für Psychologie XVIII. 80