IA tcraturberich t 315 Benkems“ ergeben. Didaciisch. and methodologisch von Werth, kann ep metaphysisch höchst schädlich wirken, indem ©b das viel wichtigere Princip i#g „widerspruchslosen Zusammenhanges der Erkenntnisse“ zurückdrängt. Per1 ästhetisch-teleologische Gesichtspunkt der größtmöglichem Einfachheit kann nur allsuleicht dazu führen, daß das, was sich nicht fügt, als nicht existirend betrachtet wird. — Das Postulat der reinen Beschreibung, das der Empiriokriticismus mit Kibchhoff und Mach theilt, wird nicht inne- geh&lten und ist auch garnicht innezuhaiten, da jede Constatirung einer Abhängigkeitsbeziehnng schon mehr als Beschreibung ist. Per dritte Artikel weist zunächst die zahlreichen Verwandtschaften des Empiriokriticismus mit Spinoza, Hbgbl, Häbbaät und der Scholastik nach, um ihn. dann als eine Entwickelangaform des Materialismus zu kenn¬ zeichnen. Nicht des groben Materialism uh früherer Jahrhunderte, sondern des geläuterten, der da meint, dafs in den physischen Processen des Nerven¬ systems der alleinige und unsere Erkenn,teils völlig befriedigende Er- klärangsgrund des Psychischen zu sehen .sei. „An, einer einigermaaßen conseqnenten Durchführung dieses vermittelnden, heut© eigentlich allein noch wissenschaftlich discutirbaren Materialismus hat es bis jetzt gemangelt. Biese Lücke aasgefüllt zu haben, ist .... ein Verdienst des Bmpirio- kriticismus. Pafa er dadurch einer besonders unter Physiologen und physiologischen Psychologen ziemlich verbreiteten Anschauung wissen¬ schaftlich einen philosophischen Ausdruck gegeben hat, ist überdies un¬ zweifelhaft“ (III, SM). Zu loben ist, dafs sich der Avbnamto’scIi© Materia¬ lismus aller gehimmechanischen und chemischen Hypothesen enthält; di© Folge ist freilich, dafs er über ©inen formalen Schematismus von leerster Allgemeinheit nicht hinauskommt. Gemeinsam mit anderen Richtungen hat der Empiriokriticismus den Kampf gegen den, CauRalhegriff, der einen animistischen Beigeschmack haben soll; an seine Stelle hat der Begriff der Abhängigkeit oder Bedingt¬ heit zu treten. Ob da« nicht nur ein Wortspiel ist? Pie Worte Ursache und Wirkung kann man vermeiden, das Causalprincip aber bleibt, und, darauf kommt es allein an. Der psychologische Standpunkt des Empiriokriticismus endlich macht üe Psychologie als eigene Wissenschaft hinfällig. Penn von einer solchen können wir nur dort sprechen, wo die psychischen Thatsachen in sich «eitel Zusammenhänge darbieten, di© uns nöthigen, in irgend, einer Form pyehische Cansaliiät zu verlangen. Ist aller Inhalt der Psychologie nur Function des Systems C, so ist es das Beste, schnell ein Ende mit ihr zu machen (III, 410). — Avjknamus, der den metaphysischen Parallelismus be¬ kämpft, erkennt einen empirischen an. Sehr richtig weist Wundt zum Schluss© nach, daß dieser Parallelismus sich mit der sonst zwischen den beiden Vitalreihen angenommenen Abhängigkeitebeziehung nicht verträgt. Denn Parallelität heißt Entsprechung ohne Möglichkeit der Ableitung. Die Ausführungen Wundt’s nehmen in der philosophischen Selbst¬ besinnung der Gegenwart einen hervorragenden Platz ein. Es wäre in, wünschen, daß die drei Aufsätze, welche zusammen einen über 300 Seiten ■terken Band ausmachen, in einer Buchausgabe einem weiteren Publikum zugänglich gemacht würden, W. Sim (Breslau).