314 lÀteraturbericht ausaetzungen (H, 41) und die Methode (II, 57) kritisch su beleuchten; der dritte Artikel legt die Bestehungen zu andern philosophischen Systemen (III, 323) und den naturwissenschaftlichen Standpunkt der .Lehre dar (III, 366). Aus der überreichen Füll© des Dargebotenen kann ich Mer nur eine ganz kärgliche Blüthenlese geben. Der Empiriokrltiker stellt sich die Aufgabe, alle denkbaren Aussagen eines Menschen (denn nur Aussagen sind direct und objectlv in der Er¬ fahrung gegeben) als 'bedingt durch Aenderungen eines centralen. System* (System C) zu verstehen. Das System 0, womit der centralste Theil de* Centralnervensystems geimeint ist, ist Aenderungen unterworfen, die auf Uebungs- und Stoff Wechsel Vorgänge zurückzuführen sind. Dl© Aenderungen sind rein quantitativ und zwar wirken Uebung und Stoffwechsel entgegen¬ gesetzt Heben sie sich auf, so besteht das Erhaltungsmaximum de« Systems. Bilden sie eine von Null verschieden© Differenz („Vitaldifferenz“) so entstehen Schwankungen des Systems C; der Verlauf dieser Schwan¬ kungen bildet die „unabhängige Vitalreihe“. Es giebt Systeme C höherer Ordnung (die mehrere Individuen umfassen), sowie Schwankungen höherer Ordnung. Die Aussagen der Mitmenschen bildete die „abhängig© Vital reihe". Aus Oröfse und Richtung der Systemschwankungen, ans der Schwankungsgeübtheit, aus verschiedenen sich störenden Schwankungen u. s. w. sucht nun der Empiriokriticismus sämmtliche E.-Werth© d. h. dM ganz® psychische Laben ohne Lücke herzuleiten. Es folgt eine ErkÜmf des „menschlichen Weltbegriffs" der sich auf die Allheit der Umgebung» bestandtheile bezieht, und der „Introjection“, die Jeden Mitmensch«! fälschlich zu einem Doppelindividuum macht, indem sie zu dem. Erfahr¬ baren noch etwas Unerfahrbares, eine Seele, Bewusstsein, Willen., etc- Mm- zudenkt; durch ihre Ausmerzung ist der natürliche und reine Weltbegriff wieder herzustellen. Aufgabe der Psychologie kann nach alledem nur sein: „Die Betrachtung der Erfahrung unter dem besonderen Gesichtspunkt ihrer Abhängigkeit vom System. C.a Mehrere stillschweigende Haupt-Annahmen liegen, wie W. dsrthtit, dieser Lehre zu Grunde : insbesondere die naturwissenschaftliche, daft «ich die Fülle der Qualitäten restlos auf Quantitäten zurückführen lasse, und di© materialistische, dafs alles Psychische restlos aus Schwankungen de« Centralsystems abzuleiten sei. Da diese Schwankungen nie in der EIr* fahrung gegeben sind, to wird das System C zu einem durchaus meto- physischen Factor, der mit seinen Selbsterhaltungen, Hemmungen u. s. w. stark an das HzBBAST’sche Seelenreale gemahnt. Eigenthflmlich ist die Verquickung des teleologischen Begriffs der Selbsterhaltung und de« mechanischen der Naturnotwendigkeit. Formale Analogieen «wische* Psychischem und Physischem beeinflussen stark die Methode, so der beides Gebieten an gehörige Begriff der Uebung, der vielfach zur Herstellung der Abhängigkeitsbeziehungen benutzt wird. Oft wird, auch mit dialectischett Mitteln gearbeitet; so kehrt die alte speculative Trias von Thesis, Antithesis und Synthesis hier in den drei Abschnitten, der Vitalreihe : Selbsterhaltung, Vital differ© nz, Aufhebung der Vitaldifferenz wieder. — Vorzüglich ist der Abschnitt bei Wuwdt, der auf die Gefahren aufmerksam macht, die sich aus der übertriebenen Anwendung des „Principe der öekonomie de«