Literaturbericht. 313 nicht durch nachweisbar© Widersprüche, zu denen dies fuhrt, als ein blofser Schein, nachgewieeem ist“ (I 327). Und: „Kein Datum der Erfahrung-darf grundlos negirt werden.11 (I 332). Das Object ging nicht im Subject auf,, sondern erwies sich als tote genere verschieden. Darum besteht nicht einfache Buplicität zwischen Gegenstand, und Vorstellung, sondern ©reterer Ißt ein aus besonderer logischer Bearbeitung hervorgegangenes Product. Jene „Bearbeitung“ aber ©xistirt für die immanente Philosophie nicht. — Die Consequent der immanenten Philosophie mois zum Solipsismus führen ; doch will sie dim nicht wahr haben. So hat sie zwei Wege gefunden, um über das individuelle Ich hinaus zu kommen. Entweder argument!rt man: Wir haben Bewusstseinsinhalt© von fremden Leibern, die auf fremde Iche sehliefsen lassen. Dies, ist, wie W. darthut, ©in arger logischer Sprung, da Anerkennung einer bestimmten objectiven Realität nur möglich ist* wenn der Begriff der Re&Htftt zuvor schon gegeben ist. Oder man geht auf logischem Wege vor: Abstrahirt man am Ich von jedem concrete» Be wulstseinsinhalt, so bleibt etwas, das von jedem anderen individuellen Ich nicht mehr unterschieden werden kann: „Das Gattungsmäfsige des Be- wufsteeins“ ist die Vorbedingung des Goncreten und Individuellen. Hier gemahnt di© Immanenzphilosophie stark an die platonische Ideenlehre. — Wie unterscheidet di© Bewufstseinsphilosophie schlieMich die Objecte der Psychologie und der Naturwissenschaft, da doch Sein und Bewufstsein identisch ist? Die bekannte Definition Wundt’s : dafa Naturwissenschaft die Objecte der Erfahrung nach Abstraction von. dem Subject, Psychologie aber das Subject selbst berücksichtigt, ist für die Immanenzlehre untaug¬ lich; denn nach Ihr kann man vom. Subject überhaupt nicht abstrahiren. So definirt sie als Gegenstand der Naturwissenschaft das „gattungsmäfsige Bewufstsein“, während Psychologie die Wissenschaft von demjenigen ist, "was am Bewusstsein zur Individualität gehört und diese ausmacht. Oder aber: Di© Empfindungen werden der Naturwissenschaft, die Vorstellungen der Psychologie zugetheilt, Beide Abgreniiingsverauche werden von Wundt als völlig unzureichend dargethan. — Eine noch eingehendere Behandlung als die Immanenzphilosophie erfährt der Empi r i o k r iticismus, und er verdient sie wohl auch, haben wir es doch Mer mit einer philosophischen Richtung zu. thun, die bereits In bemerkenswerther Weise Schule gemacht hat. Nun fit aber für den Aufsenstehenden der Zugang zu der AvBNAHius’schen Lehre recht uner¬ quicklich, einerseits wegen der terminologischen Schwierigkeiten (da Avbnabius meinte, die Originalität seiner Anschauungen durch eine Unzahl neuer Wortbildungen zum Ausdruck bringen zu müssen), andererseits wegen des anmaafslichen Gebahrens einiger Adepten, die da glauben, die Wissenschaftlichkeit allein in Pacht genommen zu haben. So ist es denn doppelt verdienstvoll, dafs Wünbt sich der Arbeit unterzieht, den Haupt¬ gehalt der Lehr© aus der esoterischen Kunstsprache in gutes Deutsch zu übersetzen und In objectiver Würdigung zu zergliedern. Wünbt führt den, unwiderleglichen Nachweis, dafs der „Empirio- kriticismus“ nicht rein empirisch, sondern stark metaphysisch, und nicht rein kritisch, sondern stark dogmatisch ist. Er beginnt mit einer kurzen Uebersicht über da« System (II, S. 1); um dann die empiriokritischen Vor-