252 Literatnrimich t kann, rhythmisch auf einander, so bildet sich auch 'bei den Muskel- Zuckungen ©in bestimmter Rhythmus aus» derart, daft immer einer von 2» 3 oder 4 Reizen mit einer Contraction beantwortet wird, während dit übrigen wirkungslos bleiben. Wie ist die periodisch© Unerregbarkeit des Nervensystems m erklären? Jedenfalls nicht durch ©Ine chemisch bedingte Ermüdung; denn dann blieb© die Summation der Wirkungen unmittelbar auf einander folgender Reize unverständlich. Verf. zieht es vor tan* nehmen» daft die nervöse Erregung ©Ine Wellenbewegung von bestimmter Form, der Pendelschwingung ähnlich, ist. Fällt der zweite Reiz indes auf steigenden Ast der Curve, so ist sein Effect stärker als der des ersten, es findet Summation statt. Fällt er in die negative OsciUationsperiode» so bleibt er äufterlich wirkungslos, indem er nur die Rückkehr der Vibration zur Gleichgewichtslage beschleunigt. Die Dauer der Refraetionsperiode oder was dasselbe ist, die Schwingungsdauer der nervösen Undulation be* trägt nach den oben gemachten Angaben ungefähr */,# Sec. Es ist nun von hohem Interesse» daf® Vio Sec. zugleich das zum. Ablauf eines ein¬ fachen psychischen Vorganges nöthige Minimum, von Zeit ist. Wir können in 1 Sec. nicht mehr als etwa 10 Sinneseindrücke getrennt wahmehmen, nicht mehr als 10 Silben aussprechen und, nur etwa 10 einfache Vor¬ stellungen produciren. I>ie Zehntelsecunde ist also di© „psychologische Zeiteinheit“; sie fällt genau zusammen mit der Dauer der cerebralen Vibration, und man darf wohl den Schlaft machen, daft ein© jede solche einen ein¬ fachen psychischen Vorgang repr&sentirt. Schaefer. Chas. H. Judd. BiiOCtUr filters il liBOCtlir TUBA. Science Vol. VII, Hr. 166, S, 269—271. 1898. Wenn man einen Gegenstand, monocular ftxiren will» so pflegt man das zweite Auge zu schlieften oder zu verdecken. Es fragt sich aber noch» ob hierdurch wirklich jeder Einfiuft des letzteren ausgeschaltet wird Wunot verwirft allerdings das Bestehen einer binocularen Convergea* in diesem Falle» während Hiubrbrajibt und Abbe* für das Gegentheil ©intretea. Helmholtz und Li Conti haben beobachtet» daft im. Zustand© der Schläfrig¬ keit eine Relaxation der Augenmuskeln und Divergenz-Doppelbilder auf treten. Verf. weist nun darauf hin, daft solche Divergenz-Doppelbilder, beziehungsweise ein© Verschiebung des monocular flxirten Objectes In dem Momente» wo das geschlossene Auge geöffnet wird, zur Wahrnehmung kommen. Danach dürfte beim einäugigen Sehen das geschlossene Auge sich in einem Relaxations- und Divergenzzustand© befinden. Unter ge¬ wissen Umständen besteht statt der Divergenz Convergenz. Schaefer. 1. George M. Stratton. Some Preliminary Experimente on listel witeoit llterstem if the letin&l Image. Psychol. Review III, 6, S. 611—617. (Nov. 1896.) 2. James H. Hyslop. Upright fiston. Ebenda IV, 2, S. 142-163. (Mars 1897.) 3. George m. Stsjlttok. Upright Tision and the Retint! Image. Ebenda IV, 2, S. 182—187. (März 1897.)