(Aus der physikalischen Abteilung des physiologischen Instituts zu Berlin.) Absorption und Zersetzung des Sehpurpurs bei den Wirbeltieren. Yon Else Köttgen und Georg Abelsdoree. Mit 7 Eiguren im Text und 4 Tabellen im Anhang. Der Gang der Lichtstrahlen im Auge ist bisher fast nur bis an die perzipierende Schicht verfolgt worden; daher sind denn auch im wesentlichen die Verhältnisse der Reflexion und Refrak¬ tion eingehender untersucht worden, die auf diesem Wege vor¬ nehmlich in Frage kommen. Haben aber die Lichtstrahlen einmal die Hetzhaut erreicht, so wird die Absorption ein wich¬ tiger Faktor; denn die Netzhaut ist reich an farbigen Sub¬ stanzen. Drei Arten von Farbstoffen sind in der Wirbeltier¬ netzhaut zu unterscheiden: der vor der Stäbchen- und Zapfen¬ schicht in der Macula lutea gelegene gelbe Farbstoff, die farbigen Ölkugeln in den Innengliedern der Zapfen und der in den Aufsengliedern der Stäbchen enthaltene Sehpurpur. Letzterer ist durch den hohen G-rad seiner Lichtempfind¬ lichkeit und durch seine Lage von den übrigen retinalen Farbstoffen ausgezeichnet. Gerade die letzterwähnte Thatsache scheint uns weniger beachtet oder zum mindesten weniger hervorgehoben worden zu sein, als zum richtigen Verständnis seiner Bedeutung notwendig ist. Man hat von der entoptischen Wahrnehmung des Sehpurpurs wie von jeder anderen entoptischen Erscheinung gesprochen. Stellt man sich aber auf den Boden der jetzt herrschenden Ansicht, dafs in den Stäbchen und Zapfen die perzipierenden Elemente zu suchen sind, so kann das Licht wohl an den im vorderen Teil der- Zeitschrift für Psychologie XII. H