(Aus dem psychologischen Seminar in Mönchen.) Die Aehnlichkeitsassociation. Von Dr, Karl Dbfpnbb. „Jeder selbständige Psychologe pflegt seine eigenen Associa tionsgesetze zu haben,44 Mit diesen Worten eharacterisirt Külfe1 nicht ganz unrichtig den gegenwärtigen Stand der Associations- psychologie, Külpb selbst ist einer dieser „selbständigen Psycho* logeiy4; er leugnet in ganz eigenartiger Weise die Aehnlichkeits¬ association und sucht sie theils auf die Erfahrungsassociation ■zurückzuführen, theils anderweitig zu erklären. Ich habe mir die Aufgabe gestellt, nicht Mos das Mifslingen dieses Versuches zu erweisen, also der Aehnlichkeitsassociation neben der Er¬ fahrungsassociation ihr altes gutes Recht zu wahren, sondern zugleich auch den Begriff der ersteren zu erweitern. Hierbei stehe ich ganz auf dem Boden der von Lipps vertretenen An¬ schauung, dessen psychologischen Vorlesungen ich auch die An¬ regung zu vorliegender Arbeit verdanke, 1 Bei der Vieldeutigkeit des Associationsbegriffes ist es nöthig vorauszuschicken, in welchem Sinne ich mit demselben operiren werde. Dieser Begriff läfst im Allgemeinen eine doppelte Auf¬ fassung zu. Als Association kann bezeichnet werden die Weise, wie in unserem Bewufstsein die psychischen Inhalte sich folgen oder sich aneinanderfügen. So Hume, Wundt u, A. Durch derartige Bezeichnungen wird jedoch nur die Aufsenseite der Association getroffen, d. h. nur der fhatbestand, wie er erfahnmgsgemifs vorliegt, gekennzeichnet. 1 Gnindriffl der Psychologie S. 192.