(Aus dem physiologischen Institute der Universität Graz.) • • Uber eine Modifikation der Ewaldschen Hörhypothese. Von Prof. 0. Zoth. Schon in der alten ÜELMHOLTzschen Resonanz - Hypothese und in den ihr nahestehenden neueren bot die genauere Vor- Stellung, wie die Übertragung der Bewegungen oder Druck¬ schwankungen von der Perilymphe auf die Basilarmembran des CoETischen Organes und weiters die primäre Erregung des ner¬ vösen Endapparates stattfände, nicht unerhebliche Schwierig¬ keiten. Helmholtz gelangte in dieser Richtung schliefslich zu folgender allgemeinen Vorstellung: „Die Flüssigkeit des Laby¬ rinths, welche übrigens rings von festen Knochenwänden einge¬ schlossen ist, hat nur einen Ausweg, wohin sie vor dem Druck des Steigbügels ausweichen kann, nämlich das runde Fenster mit seiner nachgiebigen Membran. Um dahin zu gelangen, mufs aber die Labyrinthflüssigkeit entweder durch das Helicotrema die enge Öffnung in der Spitze der Schnecke, hinüberfliefsen von der Vorhofstreppe zur Pauken treppe, oder, da hierzu bei den Schallschwingungen wahrscheinlich nicht ge¬ nügend Zeit ist1, die membranöse Scheidewand der Schnecke gegen die Paukentreppe hindrängen. Das Umgekehrte mufs bei Luftverdünnung im Gehörgange geschehen.“2 * „Wird der Druck des Labyrinthwassers in der Paukentreppe8 durch 1 Von mir gesperrt. 2 H. Helmholtz, Die Lehre von den Tonempfindungen. 3. Aufl., Fr. Vieweg, Braunschweig. S. 212. 1870. 3 Soll heifsen: Vorhofstreppe. Zeitschrift f Sinnesphysioi. 55. 13