(Aus dem physiologischen Institut der Universität Bonn a. Rh.) Über die Messung der Empfindungszeit. Von Friedrich W. Fröhlich (Bonn a. Rh.). Mit 7 Textabbildungen. 1. Bei Versuchen über periodische Nachbilder1 konnte eine Beobachtung gemacht werden, welche auf die Möglichkeit hin¬ wies, die Empfindungszeit zu messen, d. h. jene Zeit zu be¬ stimmen, welche zwischen der Einwirkung des Lichtreizes und dem Auftreten der mit ihm verknüpften Lichtempfindung vergeht. Bei den betreffenden Versuchen glitt der 1 mm breite und 15 mm lange Spalt mit einer Geschwindigkeit von etwa 80 mm in der Sekunde in 30 cm Abstand von dem beobachtenden Auge über einen Fixierpunkt hinweg. Der vertikale Spalt war so gestellt, dafs sein Fufspunkt 15 mm über den Fixierpunkt hinweglief. Der Fixierpunkt war unter die Mitte der Spaltbahn eingestellt, so dafs der von rechts kommende Spalt gleichweit rechts vom Spalt auftauchte, als er links verschwand. Wurden die Beobachtungen mit einem Spalt angestellt, der nur wenig hell war, so war zu sehen, dafs der Fixierpunkt nicht in der Mitte der Spaltbahn lag, die Spalt¬ bahn erschien nach links verschoben. Es lag nahe, an eine un¬ richtige Einstellung oder eine unbeabsichtigte Verschiebung des Fixierpunktes oder auch an eine ungenaue Fixierung zu denken; es war möglich, dafs das beobachtende Auge von dem Fixierpunkt 1 Friedrich W. Fröhlich, Untersuchungen über periodische Nachbilder. Zeitschr. f. Sinnesphys. 52, S. 60. 1921. — Über den Finflufs der Hell- und Dunkeladaptation auf den Verlauf der periodischen Nachbilder. Ebenda 53, S. 79. 1921. — Über die Abhängigkeit der periodischen Nachbilder von der Dauer der Belichtung. Ebenda, S. 108.