103 (Aus der physikalischen und sinnesphysiologischen Abteilung des Physio¬ logischen Instituts der Universität Berlin) • • Uber den Funktionswechsel im Auge Die Grenzen des Pnrkinjeschen Phänomens Von Gerhard Rosenberg Einleitung Die Adaptationsvorrichtungen des Auges ermöglichen uns noch eine Orientierung in der Umwelt bei Beleuchtungsstärken, die sich im Extrem etwa wie 1: 1X109 verhalten. Zugleich mit der entsprechenden Empfindlichkeitseinstellung ändert sich dabei die gesamte Funktion des Sehorgans in charakteristischer und bekannter Weise: beim Übergang von Tagesbeleuchtung zum Dämmerlicht sinkt die Sehschärfe auf Vio ; farbige Objekte werden farblos unter Verschiebung der Helligkeitsverhältnisse zugunsten der kurzwelligen Lichter und vice versa (Purkinje sch es Phä¬ nomen). Eine Sonderstellung nimmt die Fovea centralis in einem Gesichtswinkel von l3/2° Durchmesser ein. Ihr fehlt das typische Dämmersehen1 und das PuRKiNJEsche Phänomen ; denn bis herab zu der untersten Beleuchtungsgrenze, die für das Sehen mit der Fovea noch eben ausreicht, können hier kleine Objekte als farbig unterschieden werden, ohne dafs die für das Tagessehen gültigen Helligkeitsverhältnisse sich ändern. Unterhalb der Farbenschwelle 1 J. v. Kries und W. Nagel, Zeitschr. f. Psychol. 23, 176. 1900. M. Wolerum; bei Neumann, Über die Fovea centr. bei Affen und beim Menschen. Inaug.-Diss. Leipzig. 1922. — E. Hering, Pflügers Arch. 54. 292 ff. 1893. W. Dieter, 6traefes Arch. 113, 149. 1924. Zeitschr. f. Sinnesphysiol. 59 8