36 Hans Schaefer Frage stehenden Vorgänge dem Bewußtsein selbst liegen. Die schnellsten Umschläge wären vom Wettstreit der Sehfelder zu er¬ warten, da retinale Impulse, ehe es zur gestaltmäßigen Ver¬ arbeitung kommt, bereits vom Rhythmus ergriffen werden. Diese Annahme trifft auch in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle zu. Die Würfelversuche entstammen demnach einer unter dem Bewußtsein gelegenen Mittelstation. Daß bei Ermüdung der Wechsel stets rascher werdend, schließlich in eine Fusion beider Auffassungsmöglichkeiten über¬ geht, entspräche gleichfalls dieser Annahme. Der Wechsel gleitet eben in stets bewußtseinsfernere Zentren hinab, bis er schließlich von reziproken Innervationen nicht mehr beeinflußt wird. Inwieweit die Nachbildsch-wankungen hier abweichen müssen, ist schon gesagt: sie sind in diesem Zusammenhang ebenso nur vorhandene und nicht vorhandene (ausgelöschte) Prozesse wie die Nachbilder vorhanden und nicht vorhanden sind. Es ist also eine Hemmung eines fließenden Energiestromes anzunehmen, an dessen Stelle zu treten nichts anderes da ist; eine Hemmung, welche in gleicher Weise regulatorisch gedacht ist, wie alle anderen auch : nur daß sie dem Gebiet kortikaler Aufmerksamkeitsimpulse angehört, deren Bereich von den rein zentripetalen Bahnen der anderen Schwankungserscheinungen nicht berührt werden wird. Die Sprache der „Gestaltpsychologie“ betrachtet diese Dinge (Eichlee, Matthaei x) als das Spiel zweier Gestalterlebnisse mit¬ einander und fügt sich dieser rein mechanisch gedachten Auf¬ fassung ebenso ein wie die nur psychologisch behandelten Theorien über die Wechselwirkung kortikaler Auffassungen, die McDougall bereits unübertrefflich schildert. Beide schließen die Lehrmeinung der schulmäßigen experimentellen Psychologie nicht aus, die die Vorgänge des Bewußtseins vom Erlebnis selbst her analysiert. Denn eben jene Erlebnisse sind uns ja zunächst Leiter auf dem Weg zu dieser Verallgemeinerung gewesen. Welches im letzten Grund die Triebfeder dieser reziproken Innervation ist, das wissen wir natürlich nicht. Die Regulationseinrichtungen bereits ein¬ zelliger Lebewesen sind jedenfalls nicht weniger verwickelt und „autonom“, wie es scheint, als diese wunderbaren Regulationen unseres so komplex gestalteten Erkenntnisorgans. Wir stehen überall vor dem gleichen Rätsel. Die Arbeit dieser Vorgänge als 1 Eichleb, a. a. O.; Matthaei, a. a. O.