269 (Aus dem physiologischen Institut der Universität Erlangen) Ist das Purkinjesche Phänomen extrafoveal bei allen Menschen nachweisbar? Von Kurt Gross Mit 1 Abbildung im Text Das PurkinjEsche Phänomen beruht, wie Hering (1) erstmals festgestellt hat, neben der Veränderung der Beleuchtung auf dem Vorgang der Adaptation. Danach mufs bei geeigneten Be¬ leuchtungsänderungen jeder Mensch, dessen Augen zur Dunkel¬ adaptation befähigt sind, auch das PuRKiNJEsche Phänomen wahr¬ zunehmen imstande sein. Es gibt nun bekanntlich eine Er¬ krankung, bei der gerade die Fähigkeit der Augen zur Dunkel¬ adaptation mehr oder weniger stark gestört ist, die sogenannte Nachtblindheit oder Hemeralopie. Es ist hier nicht der Ort, um auf die verschiedenen klinischen Formen der Nachtblindheit ein¬ zugehen, unter denen eine, die mit mehr oder weniger hoch¬ gradiger Myopie verbunden ist, durch die besondere Art ihrer Vererbung charakterisiert ist; es handelt sich nämlich dabei um geschlechtsgebunden rezessiven Erbgang (Varelmann (2) hat auf Veranlassung von Fleischer eine Reihe solcher interessanter Stammbäume zusammengestellt). Der Zustand der Hemeralopie kann nun so hochgradig entwickelt sein, dafs bei für das normale Auge noch recht beträchtlichen Beleuchtungsintensitäten fin¬ den betreffenden Hemeralopen schon völlige Blindheit besteht. Bei diesen hochgradig Nachtblinden ist also im täglichen Leben von einer Fähigkeit zur Dunkeladaptation nichts mehr zu be¬ merken und es fragt sich daher zunächst, ob denn in solch aus¬ gesprochensten Fällen von Hemeralopie überhaupt noch irgend¬ welche Dunkeladaptation vorhanden ist. Und weiter ist nun