Stäbchenfunktion und Farbenkonstanz. 279 Stäbchen zuschrieb. Dies ist der historische Anknüpfungspunkt, wenn wir in monochromatischer Beleuchtung die Stäbchen die Lufthelligkeit gesondert von der farbigen Strahlung perzipieren lassen, aber auch für die Verselbständigungen der farblosen Valenzen, die wir für das Prinzip des „Helligkeitsabstands“ an¬ nehmen. Was die Arbeit der Stäbchen anbelangt, so sollen Konstanz¬ versuche an Zapfenblinden ihre Funktionsweise genauer erfassen. Vielleicht ergeben sie dann mit Sicherheit das Resultat, das heute als Hypothese bereits vorweg genommen werden darf, dafs aus der KRiEsschen Duplizitätstheorie und der neueren Bühler- schen Duplizitätstheorie, welch' letztere sich zunächst auf das Hintereinander im Sehraum bezieht, eine „allgemeineDupli- zitätstheorie“ für die Beleuchtungswahrnehmung und alle ihre Spezialfunktionen resultiert. Zusammenfassung. Das „räumliche Weifsphänomen“, das, vom Adaptations¬ zustand unabhängig und mit verdichtungsflächenartigen oder raumhaften Eindrücken verbunden, an Farbenerscheinungen in bunter Beleuchtung auf tritt, ist der Ausdruck einer Funktion des Stäbchenapparates, durch die neben der Verwertung der Farbstrahlung durch den Zapfenapparat die der bunten Beleuchtung entsprechende raumfüllende Helligkeit in Form eines „Weifshäutchens“ an die Farbqualität herangebracht wird, wodurch eine auf Helligkeitsbeziehungen beruhende Vorstufe der Farbenkonstanz ermöglicht wird. Dem Stäbchen apparat der Zapfenblinden ist diese Auxiliareinrichtung fremd. Hellfunk¬ tionen dieser Art kann der Stäbchenapparat nur aus seiner Auxiliarrolle heraus entwickeln.