Julius Richard Ewald f. Am 22. Juli 1921 ist J. R. Ewald im Alter von 66 Jahren in Konstanz aus dem Leben geschieden. Diese Zeitschrift verliert in ihm ihren treuen und gewissen¬ haften Herausgeber, der sie von 1910 bis 1916 (vom Beginn des 44. bis zur Mitte des 50. Bandes) geleitet hat. Die Physiologie be¬ klagt in ihm den Verlust eines fruchtbaren und originellen Foischers, der, obgleich fast von Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn an in erster Linie für die Lehre von den Sinnes¬ organen interessiert, doch auch auf anderen Gebieten Bedeutendes geleistet hat. Es sei nur erinnert an seinen bekannten Beweis, dafs der Muskel bei der Kontraktion sein Volumen nicht ändert (Pflügers Archiv für die gesamte Physiologie 41, S. 215, 1887), an die mit Goltz zusammen ausgeführten berühmten Rückenmarks¬ operationen am Hunde (Pflügers Archiv 63, S. 362, 1896), an die lichtvollen Darlegungen über die Hebelwirkung des Fufses (Pflügers Arch. 59, S. 251, 1895), an die Reizung der Grofshirn- rinde am ungefesselten Tier (D. med. Wochenschr. 1898, Nr. 39). Diese Leistungen können wir im Rahmen dieser Zeitschrift nur kurz erwähnen. Hier wollen wir uns ins Gedächtnis zurück¬ rufen, was die Sinnesphysiologie dem Verstorbenen zu ver¬ danken hat. Die Arbeiten, die seinen Namen überall bekannt gemacht haben, beschäftigen sich mit der Physiologie des Ohres. Nach¬ dem er in vieljährigen Bemühungen die Operationstechnik in für die damalige Zeit unerhörter Weise verfeinert hatte, schrieb er — nach einigen kürzeren Mitteilungen aus diesem Gebiet, die wir hier übergehen können — die „Physiologischen Unter¬ suchungen über das Endorgan des Nervus octavus“ (Wiesbaden Zeitschr. f. Sinnesphysiol. 53. 9