384 Li ter a turberich t. die Wachsthumserscheinungen in fortschreitendem Alter geringer werden, die bildungsfähigen hingegen sich in einer der Norm sich nähernden Weise körperlich weiter entwickeln. Die körperliche und geistige Ent¬ wickelung der Kinder steht wohl sicher in Zusammenhang; mit dem Still¬ stand der geistigen Entwickelung tritt wohl meistentheils auch eine be¬ deutende Verminderung des Wachsthums ein. Wie das geschieht, ist bisher unaufgeklärt. Umpeenbach. W. Spieler. A Case of Complete Absence of the Visual System in an Adult. Brain 24 (96), 631—642. 1901. Sectionsbefund bei einem 22 jährigen Idioten, dem u. a. beide Aug¬ äpfel fehlten. Der geringe Inhalt der Augenhöhlen wurde nicht näher untersucht, speciell ist nicht darauf geachtet worden, ob Reste der Augen¬ muskeln vorhanden waren. Es fehlte ein Foramen opticum, es fehlten ferner Sehnerv, Chiasma, Sehstreifen und äufserer Kniehöcker. Das Pul- vinar war leidlich ausgebildet, der vordere Vierhügel gut entwickelt. Der Hinterhauptslappen war beiderseits klein, die Fissura calcarina nur kurz. In der Rinde der letzteren konnte Verf. gröbere Abweichungen gegenüber der Norm nicht feststellen; die Sehstrahlung war gleichfalls vorhanden, wenn auch weniger kräftig als sonst. Die Augenmuskelnerven und ihre Kerne erwiesen sich mit Ausnahme des Abducens als leidlich wohlgebildet, trotz des Fehlens der Bulbi optici. Schröder (Heidelberg). Th. Deller. Two Cases of Astereognosis. Brain 24 (96), 649—655. 1901. Diller berichtet über zwei Fälle. In dem einen handelt es sich um ein vor 19 Jahren erlittenes schweres Schädeltrauma, in dem anderen ist die Diagnose nicht gesichert. Beide hatten Lues. Sectionsbefunde liegen nicht vor. D. hält den Verlust des stereognostischen Sinnes für ein Herdsymptom des mittleren Drittels der Centralwindungen. Tastsinn und Lageempfindung sind Componenten derselben. Schröder (Heidelberg).