264 (Aus dem psychologischen Laboratorium der Universität Graz.) lieber den Einflufs der Farbe auf die Gröfse der ZÖLLNER’schen Täuschung. Von Vittorio Benussi. Die folgende Untersuchung ist aus dem Bestreben hervor¬ gegangen, über die immer noch strittige Frage nach der psycho¬ logischen Natur der geometrisch-optischen Täuschungen Klar¬ heit zu gewinnen. Und zwar ist für mich dabei der nachstehende Gedanke maafsgebend gewesen : Geht die Zöllner’sehe Täuschung auf eine irgendwie fehlerhafte Beschaffenheit dessen zurück, was man trotz sonst mannigfachen Dissenses in betreff seiner psycho¬ logischen Natur doch ganz übereinstimmend das Urtheil nennt, so kann dieses Irregehen durch Variationen eines Thatbestandes, der aufserhalb der Urtheilssphäre liegt, nicht wohl beeinflufst werden. Anders dagegen, wenn das Wesentliche der Täuschung auf einer Inadäquatheit der dem Täuschungsgegenstand zu¬ geordneten Vorstellung beruht.1 Wobei freilich noch zu präcisiren wäre, auf welche Momente innerhalb des Vorstellens selbst die in Betracht kommende Inadäquatheit zurückgeführt werden müfste. Nun fällt, was an einer ZöLLNER’schen Täuschungs¬ figur beurtheilt, näher falsch beurtheilt wird, ganz und gar in das Gebiet räumlicher Bestimmungen, und Keiner, der ein¬ schlägige Urtheile abgegeben hat, wird darüber im Zweifel sein, dafs für ihn aufserräumliche Zufälligkeiten, wie insbesondere das Moment der Farbe, ganz aufser Betracht geblieben sind. 1 "Vgl. St. Witasek. „Ueber die Natur der geometrisch-optischen Täuschungen“. Diese Zeitschr. 19, S. 81 ff.