Grundzüge einer Farbentheorie. 187 empfindungsstärken oder Elementarhelligkeiten, fixirt ist. Daraus ergiebt sich sofort, dafs die Stärke der resultirenden Empfindung H durch die Länge des Abstandes des Punktes JE vom Ursprünge 0 des Coordinatensystems ermittelt werden kann. Wir wollen die Empfindungsstärke mit dem Begriffe der Hellig¬ keit identificiren. Die resultirende Helligkeit H ist also durch die Helligkeiten der Elementarempfindungen gegeben, wie folgt : H = Y x2 -f- y~ + 2'2. Wir wollen daran festhalten, dafs Helligkeit in stets rein psychologischem Sinne gebraucht werden soll, im Gegen¬ sätze zu dem nun bald auftretenden Begriffe Intensität, welcher nur in rein physikalischem Sinne verstanden werden soll.1 Ferner wird die Strecke OE, deren Länge ein Maafs für die Helligkeit ist und die einen Vector vorstellt, eine Dichtung im Raume besitzen, die von dem gegenseitigen Verhältnisse der Elementarhelligkeiten x, y und z abhängt. Diese Richtung definirt die Qualität der Empfindung. Die Qualität selbst ist wieder eine zweifache Mannigfaltigkeit und, wie wir später sehen werden, liegen alle Empfindungsqualitäten gleichen Tones in Ebenen, die gleicher Sättigung in bestimmten Flächen. Diese Darstellung „höherer“ Empfindungen und ihre Zu¬ sammensetzung aus den einfachen Elementarempfindungen kann naturgemäfs auf alle anderen Sinnesgebiete übertragen werden. Sie beruht auf der complexen Zusammensetzung differenter Elementarempfindungen und drückt das Princip, das ich das Princip der complexen Zusammensetzung diffe¬ renter Elementarempfindungen nennen möchte, aus. Dieses Princip gestattet nicht nur aus den Elementarempfindungen die Qualität der complexen Empfindung zu definiren, sondern auch ihre Stärke, ihre Helligkeit. Ferner zeigt es, dafs schon zwei Elementarerregungen ein ganzes Qualitäts bereich schaffen. Eine Empfindung E, die durch zwei Elementarempfindungen (Dichromat) mit den Stärken x und y hervorgerufen wird, stellt sich als ein Punkt in der complexen Zahlenebene dar, dessen Coordinaten x und y sind, durch: E = x • e1 —j— y • 60 • Den unendlich vielen durch den Ursprung gezogenen Geraden 1 Es entspricht diese Bezeichnungsart auch der yon H. Ebbinghaus in seinen Grundzügen der Psychologie angewendeten.