148 Literat urbericM. Aug. Lemaître. Audition colorée et Phénomènes connexes observées chez des écoliers. Avec 120 figures. Paris, Alcan; Genf, Eggimann. 1901. 170 S. Die Arbeit gliedert sich in 6 Kapitel, sie stellt sich als Ziel, die Arbeiten Galton’s und Flournoy’s zu vervollständigen und zu verificiren. Das 1. Capitel trägt die Ueberschrift: Photismes et Personni¬ fications. Hier werden im Allgemeinen die Ergebnisse zusammengestellt, die der Yerf. aus einer Untersuchung gewann, die an Schülern der 6. Classe des Collège de Genève angestellt wurde. Hiernach scheint das Vorkommen von Diagrammen und Photismen in einem gewissen Yerhältnifs zu der geistigen Begabung der Schüler zu stehen, während Personificationen über¬ haupt nur selten vorkamen (bei 2 Schülern von 112). Die Photismen be¬ ziehen sich auf Buchstaben, Kamen von Monaten, Wochentage, Farben etc. Oft wurde die Farbe eines Buchstabens auf Wörter übertragen, in denen der betreffende Buchstabe vorkam. Hieraus ergaben sich bei den Farben¬ namen merkwürdige Widersprüche. So wurde z. B. in einem Falle das Wort „rouge“ schwarz gesehen, weil der Diphthong „ou“ dem Betreffenden schwarz erschien. Das 2. Capitel behandelt im Besonderen das Vorkommen von Dia¬ grammen. Von 112 Schülern wurde bei 21 das Auftreten von Diagrammen festgestellt. Von diesen hatten alle ein Diagramm für das Jahr, während 10 nur dieses allein besafsen. Das 3., 4. und 5. Capitel sind dem Studium von 3 Schülern gewidmet, bei denen in ganz besonderem Maafse diese Erscheinungen vorkamen ; das 6. endlich enthält Betrachtungen allgemeiner Art und die Erklärungsver¬ suche des Verfassers. Die interessante Studie ist aufserdem reich an bildlichen Darstellungen, wie der Verf. sie von seinen Versuchspersonen gewann. Kiesow (Turin). J. Jastrow. Belief and Credulity. Educational Review, Januar 1902. 28 S. Die Broschüre enthält eine Bede, welche der Verf. in der Jahres¬ versammlung der Northwestern Association of John Hopkins Alumni in Chicago im Februar 1901 über Glauben und Leichtgläubigkeit gehalten hat. Der Tenor der Ausführungen Jastrow’s liegt in eindringlichen Warnungen vor übereilten, blos autoritativ gestützten Annahmen, deren Verbreitungs¬ fähigkeit und Zähigkeit u. a. die Fälle Taxil, Vaughan und Kaspar Hauser illustriren. Kreibig (Wien). F. Pillox. La mémoire affective: son importance théorique et pratique. Rev. philos. 51 (2), 113—138. 1901. M. Mauxion. La vraie mémoire affectife. Rev. philos. 51 (2), 139—150. 1901. Zwei feinsinnige Abhandlungen, welche es verdienen, von den Psychologen genauer gelesen zu werden! Pillon wirft die Frage auf, ob die Gefühle und Emotionen auch ihre Bilder haben wie die Farben und Töne, d. h. ob es auch ein affectives Gedächtnifs giebt. Verf. läfst zu¬ nächst die bezüglichen Ansichten von einigen Autoritäten auf dem Gebiete der Psychologie Kevue passiren. Spencer behauptet, dafs die Emotionen