382 Über die Tätigkeit des Hörorgans bei den Vögeln. Von Generaloberarzt a. D. Dr. 0. Goebel. Hirschberg (Schlesien). Nachdem ich in meiner im Archiv für Ohrenheilkunde 87—90, • • veröffentlichten Arbeit: „Uber die Tätigkeit des menschlichen Hör¬ organs“ die Beweglichkeitsverhältnisse an der Schneckenzwischen¬ wand frischer menschlicher Schnecken geprüft und Schlüsse aus den Ergebnissen gezogen hatte über die Art, wie die menschliche Schnecke Töne aufnimmt, differenziert: wollte ich ähnliches ver¬ suchen bei der Schnecke der Vögel. Diese Aufgabe erschien um so interessanter, als der Bau der Vogelschnecke sehr wesentlich abweicht von dem der Säugetierschnecke, dafür auffällige Ähn¬ lichkeit zeigt mit den Maculae acusticae. Sodann gab die Tat¬ sache, dafs auf dem Nervenschenkel des Knorpelrahmens offenbar funktionstüchtige, nicht in Rückbildung begriffene Hörzellen sitzen, der Vermutung Raum : das Reizung der Hörzellen herbei¬ führende Moment könne hier nicht, wenigstens nicht unmittel¬ bar in Schwingungen der Basilarmembran gesucht werden. Naturgemäfs prüfte ich die Frage der Schallzuführung durch den Leitungsapparat mit. Wenn ich dies bei dem Haushuhn getan habe, — ebenso wie ich die Beweglichkeit der Basilar¬ membran bei diesem Tier geprüft habe, — wenn ich bezüglich Anatomie und Histologie der Schnecke dagegen vorwiegend auf die RETziussche Schilderung dieser Dinge bei der Taube 1 zurück¬ greife, so ist dies Moment wohl von nebensächlicher Bedeutung, da nach dem übereinstimmenden Urteil einer Reihe von For- 1 Retziüs, Das Gehörorgan der Wirbeltiere.