301 • • Uber die Raumabbildung durch binokulare Instrumente. (Die stereoptrische Abbildung.) Von Hans Geetz, Stockholm. I. Allgemeine Kennzeichnung der Aufgabe. Die Wirkung der binokularen Instrumente, wie sie in Uro¬ und Ausgestaltungen des Raumsehens besteht, setzt sich aus zwei Grundfaktoren zusammen: aus der Abbildung der Raumpunkte durch das Instrument und aus der Deutung dieses Raumbildes; jener ist physikalischer, dieser psycho-physiologischer Natur. Der hier mitzuteilende Beitrag betrifft den ersteren. Es soll die frag¬ liche Raumabbildung in ihren Grundzügen geometrisch beschrieben werden, und zwar dies in Anschlufs an die Theorie der kolline- aren Abbildung, welche den wichtigsten Typus jener repräsentiert. Einen Versuch zur Darstellung des Gegenstandes von diesem Gesichtspunkte habe ich in der Literatur nicht finden können. Überhaupt scheint die Tatsache, dafs die Raumabbildung durch •symmetrische binokulare Vorrichtungen die kollineare Abbildung in allgemeiner oder spezieller Form exemplifiziert, bisher nicht gehörig erkannt werden zu sein. Nur tritt eine derartige Ein¬ sicht, freilich mehr implizite und andeutungsweise sowie nur einen Sonderfall betreffend, in Helmholtz’ Entwicklung der Theorie der Reliefbilder hervor (vgl. unten V, 4). Eine binokulare optische Vorrichtung kommt schematisch auf folgendes hinaus. Zwei Eintrittspupillen lassen Lichtbündel in das Instrument hinein. Dieselben Bündel — oder, im Falle der Stereoskopie, dafür in hier zu berührenden Hinsichten gleich¬ wertige — gelangen endlich in je eine der Pupillen des Beob¬ achters, deren Örter bzw. denjenigen der Eintrittspupillen in be- Zeitsehr, f. Sinnesphysiol. 46. 20