(Aus dem Physiologischen Institute der Universität in Wien.) • • Uber die Dauer des negativen Bewegungsnachbildes. Von Dr. med. Tösaku Kinoshita. Professor an der medizinischen Akademie zu Osaka, Japan. I. Einleitung. Während die Untersuchung des Bewegungsnachbildes nach der deskriptiven Seite hin, insbesondere auch bezüglich seiner Geschwindigkeit von mehreren Autoren durchgeführt wurde, hat sich bisher noch niemand eingehend mit der Dauer dieser optischen Erscheinung beschäftigt. So viel ich aus der Literatur ersehe, sind Boeschke und Hescheles die einzigen, welche schon früher (1902) auch die Dauer des Bewegungsnachbildes in den Kreis ihrer Experimente zogen. Doch haben sie in ihrer Arbeit nur einen ganz speziellen Fall untersucht. Das Grundprinzip ihres Versuchs bestand darin, durch Kom¬ bination von zwei Bewegungsnachbildern verschiedener Richtung aus der Richtung der Resultierenden die Eigentümlichkeiten der Komponenten kennen zu lernen; so auch die Dauer, indem sie das eine Bewegungsnachbild früher als das andere abklingen liefsem Sie sagen in ihrer Arbeit1 folgendes darüber: „Läfst man beide Stabsysteme gleichzeitig anlaufen, das eine aber früher stille stehen als das andere, so mufs nach einer gewissen Zeit sein Einflufs auf die Nachbildrichtung erloschen sein. Diese Zeit mufs der Dauer des Nachbildes entsprechen. Wir beobachten in diesem Versuche durch 30 Sekunden.“ Sie erläuterten ihre Ergebnisse an der Hand von Kurven und beschreiben eine solche wie folgt : 1 Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane 27, 397 1902.