242 Martin Ohmann. Bo, P4 usw. Die sekundären Bilder erschienen dann bzw. in den o' 4 Punkten 0, 0l5 C2, C3, C4 usw. Durch Messungen ergab sich, dafs die Strecken a, fr, c, ungefähr halb so grofs waren wie die Strecken a, ß, y, ö. Durch Messung der Strecken PP, LB1^ LB2, PP3, LB± einerseits und PC, P, G,, P.2C2, P.,C3, P4C4 andererseits nrgab sich ferner, dafs Winkel y = Winkel </>' (in der Figur versehentlich als S und S' bezeichnet) ist. 2. Ich näherte mich, indem ich den Punkt B scharf im Auge behielt, dem schwarzen Schirm. Es zeigte sich deutlich, dafs die Entfernung der sekundären Bilder voneinander kleiner wurde. — Aus den Versuchen geht hervor, dafs das sekundäre Bild genau da erscheint, wo es nach dem Reflexionsgesetz zu erwarten ist. Dies brachte mich auf den Gedanken, dafs auf der glänzen¬ den, gut reflektierenden Cornea des Auges (D) eine gewisse Menge Licht reflektiert wird, während der bei weitem gröfste Teil des Lichtes direkt in das Innere des Auges dringt. Die Lichtwellen der reflektierten lichtschwachen Strahlen pflanzen sich ihrerseits in das Innere des Auges fort und lösen die Empfindung des sekundären Lichtreizes auf der Retina aus. Das Licht wird natürlich von allen direkt beleuchteten Teilen der Cornea reflektiert. Zur Retina dringt nur das Licht, welches vor der Mitte der Pupille, d. i. vor der Eingangsöffnung, die die Iris frei läfst, reflektiert wird. Die Achse, die man durch die Fovea centralis und den Mittelpunkt der Iris legen kann, stellt das Einfalls¬ lot dar. So erklärt sich plausibel die Abhängigkeit des Ortes, an dem das sekundäre Bild erscheint, von der Stellung des Augapfels. Seit sich mein Auge für diese Erscheinung geschärft hat, begegnet mir diese auf Schritt und Tritt. Wenn ich z. B. der untergehenden Sonne entgegen auf einen dunkeln Wald blicke, so erscheinen unter dem entsprechenden Winkel nach unten die Doppelbilder der Sonne. In Zimmern, welche durch eine über Augenhöhe angebrachte Lichtquelle (z. B. elektrisches Licht oder Gasglühlicht) erleuchtet sind, treten ohne meinen Willen die sekundären Lichtempfindungen auf. Selbstverständlich hat man vermittels des sekundären Bildes nicht ein den Umrissen nach getreues Abbild des Objektes (da ja die Linse nicht zu gleicher Zeit auf verschiedene Punkte der Retina scharf eingestellt sein kann), sondern man hat die Empfindung, als sei unterhalb der wirklichen Lichtquelle eine schwach leuchtende Kreisfläche. (Eingegangen am 7. Juli 1908.)