17 Das WEBER -FECHNERsche Gesetz bei Reizung der Haut durch den intermittierenden elektrischen Strom. Von A. Leontowitsch, Privatdozent an der Kiew er St. Wladimir-Universität. Aus dem ganzen Gebiete dessen, was unter dem sogenannten Hautgefühl verstanden wird, hat das sogenannte „elektrische Gefühl“ die Aufmerksamkeit der Forscher am allerwenigsten auf sich gerichtet. In der Literatur sind nur sehr spärliche dies¬ bezügliche Daten vorhanden. Diese Untersuchungen zielten darauf hin, die Frage von der Gröfse der Schmerzschwelle an den verschiedenen Körperstellen zu entscheiden. Die Forschungen von S. I. Tschiejew und A. de Watte Wille1 2 haben gezeigt, dafs die Sensibilität der eigentlichen Hautnerven den Induktionsströmen gegenüber an den verschiedenen Körperstellen gleich ist. Das folgt unwider¬ leglich aus dem folgenden grundlegenden Versuche ihrer Arbeit: wird in die sekundäre Holle des Induktionsapparates ein derartig grofser Widerstand (von 1 bis zu 3 Megohm) eingeschaltet, dafs der Widerstand der Epidermis (der im Mittel annähernd 5000 bis 10000 Ohm beträgt) im Vergleich zu ihm verschwindend klein erscheint, so erweist sich die Reizschwelle, die durch den Abstand der Induktionsrolle bestimmt wird, als an allen Körper¬ stellen vollkommen gleich. Eine weitere einschlägige Arbeit gehört v. Zeynek 2 an. IiF derselben wurde der Einflufs von Frequenz der Sinusoidalströme (von 1 Schwankung in 1" bis 6000 und höher) auf die Reiz¬ schwelle untersucht. Es wurde festgestellt, dafs mit zunehmender Stromfrequenz immer schwächere Ströme wahrnehmbar werden. 1 Brain, 2. 163, 1879. On the electrical excitability of the skin. Medi- cinski Westnik 1882. Nr. 7. (Russisch.) 2 v. Zeynek. Göttinger Nachrichten. 1894. Zit. n. Erg. d. Physiol. 2 (2), S. 116. — Ygl. noch nach Beendigung dieser Arbeit erschienene: Reiss, Die elektrische Reizung mit Wechselströmen. Pflügers Archiv, 117, S. 578, und J. L. Hoorweg, Über die elektrische Erregung durch Wechselströme. Pflügers Archiv, 119, S. 404. Zeitschr. f. Sinnesphysiol. 43. ^