Literaturbericht. 317 fraction des schematischen Hornhautsystems derart sein, dafs der Ort des hinteren Brennpunktes eine Axenlänge bedeutet, der (im Vollauge) gerade 67 mm als Objectweite conjugirt ist. Diese drei Bedingungen werden von keinem der drei schematischen Augen alle erfüllt. Zunächst sind bei allen die Werte für den Hornhaut- radius höher als der Durchschnitt der SuLZEB’schen Statistik. Durch Ein¬ setzen dieses Werth es ((*0 = 7,7003 mm), sowie durch Abänderung des Linsenindex und der Axenlänge gelangt Verf. zur Aufstellung mehrerer „modificirter schematischer Augen“, von denen er eine Combination Tscherning-Stadfeldt (letzterem die Linsenconstanten entnommen) als die passendste empfiehlt. Referent mufs den Werth derartiger, auf ungenügendem klinischen Material aufgebauter Argumentationen mit einem Fragezeichen versehen. Jedem Praktiker sind die starken physiologischen Schwankungen der Horn¬ hautkrümmung und der Vorderkammertiefe (— Linsenort) bekannt; beide Werthe sind aber von wesentlichem Einflüsse auf die übrigen optischen Constanten. Will man also aus den Resultaten der Praxis, wie es Treutler n. A. versuchen, Schlüsse auf den schematischen Bau des Auges ziehen, so müssen diese beiden Factoren berücksichtigt werden; d. h. man soll nur solche Augen, deren Hornhautkrümmung und Linsenort man kennt, zu irgend welchen Rechnungen combiniren. Audere sind nicht commen- sarabel. Bevor wissenschaftlich erschöpfende klinische Statistiken nicht fertig vorliegen, kann die physiologische Optik mit den Angaben nichts anfangen. Arthub Czellitzeb (Berlin). S. F. Mac Lenk an. The Image and the Idea. Psychol. Rev. 9(1), 69—79. 1902. Verf. discutirt vom psychologischen Standpunkt aus den Unterschied zwischen Vorstellung und Begriff. Die Frage, ob Begriffe in eine Summe associirter Vorstellungen aufgelöst werden können, ist dahin zu beantworten, d&Ts eine blofse Summe von Vorstellungen noch keinen Begriff ausmacht, dafs aber Begriffe ohne Sinnesvorstellungen irgendwelcher Art nicht existiren. Im abstracten Denken werden conventionelle Vorstellungen für die mehr natürlichen substituirt, aber Vorstellungen irgend welcher Art sind doch nöthig. Begriffe sind symbolische Vorstellungen, die zur Anti¬ cipation und zur Controlle wirklicher Erfahrung dienen. Max Meyeb (Columbia, Missouri). F. C. French. Mental Imagery of Students. Psychol. Rev. 9 (1), 40—56. 1902. Verf. berichtet hier über die Antworten, die er erhielt von 118 weib¬ lichen Collegestudenten, betreffend die Fragen über Vorstellungsfähigkeit in Titchener’s „Experimental Psychology“. Hier können nur einige der wichtigsten Ergebnisse erwähnt werden, ohne in die Einzelheiten einzu¬ gehen. Keine der Studentinnen war unfähig sich eine Farbe vorzustellen. Ungefähr die Hälfte erklärte aber die eingebildete Farbe für weniger hell als die wirklich gesehene. Formvorstellungen sind ebenfalls ganz allgemein. Wenige haben Gesichts Vorstellungen von gedruckten Worten. Eine dagegen hat diese so lebhaft, dafs sie vorwärts so schnell wie rückwärts buch- stabiren kann. Alle können Bekannte an der Stimme erkennen; 31 aber