118 Gcza Révész. Schwächung der erregenden Wirkungen der langwelligen Lichter im Sinne eines deutlicheren Hervortretens das Rot oder Grün gegenüber dem Gelb austibt, zu wenig in Betracht, so dafs die Richtung, in der sich der objek¬ tive Weifszusatz geltend macht, dieselbe bleibt wie diejenige, in der sich eine Herabsetzung der physikalischen Lichtstärke geltend macht.“ „Was den Einflufs anbelangt, den ein objektiver Weifszusatz auf Violett ausübt, so geht, wie gesehen, der unmittelbare Einflufs des Weifs (der Einflufs eines subjektiven Weifszusatzes) dahin, die Rötlichkeit gegen¬ über der Bläulichkeit mehr hervortreten zu lassen. Da nun ferner, wie bekannt, eine physikalische Abschwächung von violettem Lichte den Farbenton gleichfalls im Sinne einer Annäherung an Urrot verändert, und überdies nach Ihren Resultaten der einem bestimmten objektiven Weifs- zusatze entsprechende Schwächungskoeffizient für Blau (etwa im Verhält¬ nisse 2 : 1,4) gröfser ist als für Rot, so begreift sich vollkommen, dafs der Einflufs, den ein objektiver Weifszusatz auf Violett im Sinne eines stärkeren Hervortretens das Rot ausübt, so bedeutend ist, dafs selbst ein Blau, an welchem ein Stich ins Rötliche nicht erkennbar ist, durch objektiven Weifs¬ zusatz stark rötlich werden kann.“ „Entsprechend wie beim Violett liegen die Verhältnisse in Beziehung auf die Wirksamkeit eines objektiven Weifszustandes beim Grünblau. Auch hier geht die Änderung, welche der Farbenton bei Herabsetzung der physi¬ kalischen Lichtstärke erfährt, in derselben Richtung (nach dem Urgrün hin) vor sich wie die von einem subjektiven Weifszusatze bewirkte Änderung des Farbentones. Rur lassen sich hier wegen der geringen Sättigung der zur Verfügung stehenden grünblauen Papiere alle in Betracht kommenden Vorgänge viel weniger deutlich beobachten als beim Violett.“ „Es ist hier nicht der Ort, auf die quantitativen Verhältnisse der im vorstehenden erwähnten Erscheinungen (die Bedingungen, unter denen die erwähnten Wirkungen des objektiven oder subjektiven Weifszusatzes am deutlichsten hervortreten) und die bei einem Studium derselben benutz¬ baren Methoden und zu beachtenden Fehlerquellen näher einzugehen. Auch von einer Berücksichtigung der in Beziehung auf diese Erscheinungen vorliegenden Literatur mufste hier abgesehen werden. Ferner ist es auch nicht angezeigt, bereits gegenwärtig in eine nähere Diskussion derjenigen Vorgänge einzutreten, die ich im vorstehenden kurz als den unmittelbaren und den mittelbaren Einflufs des Weifs bezeichnet habe. Es handelt sich hier sowie bei Ihren Versuchen nur um ein kleines Kapitel aus dem reichen Gebiete der Wechselbeziehungen, die zwischen den achromatischen und den chromatischen Vorgängen unseres Sehorganes bestehen. (Eingegangen am 29. September 1905.)