102 (Aus dem psychologischen Institut der Universität Göttingen.) Über die vom Weifs ausgehende Schwächung der Wirksamkeit farbiger Lichtreize. Von Dr. Géza Ré VÉSZ, mit Ansclilufs einer Mitteilung des Herrn Prof. Dr. G. E. Müller. § 1. Versuche mit Farbenschwellen. Bietet man dem Auge dieselbe objektive Graunuance einer¬ seits auf weifsem Grunde und andererseits auf schwarzem Grunde dar, so erscheinen beide Felder bekanntlich nicht gleich hell, sondern das Feld auf weifsem Grunde erscheint dunkler als das auf schwarzem Grunde, so dafs man die Helligkeit des ersteren Feldes vergröfsern mufs, damit es ebenso hell erscheint wie das zweite Feld. Wir wollen nun zunächst untersuchen, ob die Farbenschwelle für die beiden Felder, wenn sie gleich hell erscheinen, bei der¬ selben Intensität des farbigen Lichtes liegt oder nicht. Die Yersuchsanordnung bei dieser Untersuchung war eine sehr einfache. Auf einem Gestell waren zwei rotierende Kreiselscheiben nach HERiNOschem System angebracht. Die Kreisel wurden von einem Elektromotor in schnelle Rotation versetzt, so dafs kein Flimmern zu beobachten war. Hinter den beiden Kreiseln war als indifferenter Hintergrund eine mittel¬ graue Tuchwand aufgestellt. Das Beobachtungszimmer war hell¬ grau gefärbt. Die Kreiselscheiben wurden durch Tageslicht be¬ leuchtet und zwar wurden die Versuche, so weit es möglich war, bei völlig klarem Himmel angestellt. Da die Fenster nach Norden lagen, so konnte das Zimmer kein direktes Sonnenlicht