(Aus dem psychologischen Institut der Universität Göttingen.) • • Uber die Abhängigkeit der Farbenschwellen von der achromatischen Erregung. Von Dr. Géza Révész. § 1. Einleitung. Die Young-HELMHOLTzsche Farbentheorie geht bei der Erklärung der Farbenempfindungen in erster Linie von der Betrachtung des objektiven Lichtreizes aus; jeder Farben¬ oder Lichtempfindung entspricht ein objektiver Reiz, der aus • • _ _____i einer Atherschwingung von einer bestimmten Wellenlänge oder aus einer Mehrzahl von Lichtarten verschiedener Brechbarkeit zusammengesetzt ist. Die in der Erfahrung überhaupt vor- • • kommenden Änderungen unseres Empfindungszustandes können durch Änderungen jenes Lichtreizes verursacht werden; so zieht die Veränderung der Schwingungsamplitude einer Ätherwelle eine Veränderung der Intensität der betreffenden Farbenempfin¬ dung nach sich, die Veränderung der Wellenlänge die des Farben¬ tons und die Mischung mit weifsem un zersetztem Licht eine Änderung der Sättigung. Durch eine Funktion von drei Variablen kann man also die gesamten Empfindungen des Gesichtssinnes darstellen. Da es aber keine Schwingungsart gibt, die direkt die Empfindung Schwarz hervorbringen könnte, so ist Schwarz keine Empfindung von der Art der übrigen Farben- und Weifsempfin¬ dungen, sondern eine Empfindung sui generis, hervorgerufen durch die Abwesenheit jeglichen Lichtes. So ist es erklärlich, dafs Helmholtz die Schwarz-Weifs-Reihe ohne weiteres Bedenken für eine dem weifsen Licht entsprechende Intensitätsreihe erklärt, da die sämtlichen Glieder dieser Reihe durch fortgesetzte Änderung Zeitschr. f. Sinnesphysiol. 41. 1