154 Eine Dichromatenfamilie. Von Wilibald A. Nagel. Hinsichtlich der Vererbung der typischen partiellen Farben- • • blindheit wird im allgemeinen gelehrt, dafs sie unter Uber- springung einer Generation vor sich gehe und zwar in der Weise, dafs die Tochter eines Dichromaten die Anomalie auf ihren Sohn vererbt, ohne selbst farbenblind zu sein. Es ist mir nicht bekannt, inwieweit diese Annahme zutrifft. Über den Farbensinn der Grofseltern jetzt lebender Farbenblinder etwas Bestimmtes zu erfahren, ist in allen den Fällen natur- gemäfs nicht leicht, in denen es sich um jetzt erwachsene Farben¬ blinde handelt. Die Kenntnis der Farbenblindheit war in der um zwei Generationen zurückliegenden Zeit noch wenig ver¬ breitet. Mir persönlich ist kein Fall bekannt, in dem die Vererbung nachweislich nach dem oben erwähnten Schema gegangen wäre ; allerdings weifs ich, auch wo es sich um farbenblinde Kinder handelt, nur in den wenigsten Fällen, wie der Farbensinn der Grofseltern beschaffen ist. Dagegen kenne ich mehrere Fälle, in denen anscheinend keine Generation übersprungen wurde. In einem Falle waren Vater und Sohn beide Deuteranopen (Grünblinde), in einem zweiten der Vater Protanop (Rotblinder), der Sohn Deuteranop. In beiden Fällen konnte allerdings der Sohn die Farbenblindheit auch durch die Mutter von seinem Grofsvater ererbt haben; über den Farbensinn der Grofseltern war nichts zu erfahren. Von besonderem Interesse scheint mir die Verbreitung der Farbenblindheit in einer Familie, deren Stammbaum ich hier mitteilen möchte. Es handelt sich um Farbenblindheit in drei