(Aus dem physiologischen Institut zu Freiburg i. B.) • • Uber den Einflufs des Helligkeitskontrastes auf Farbenschwellen. Von Roswell P. Angier. Assistent an dem physiologischen Institut zu Berlin. Bei Untersuchungen über simultanen Helligkeits- oder Farben¬ kontrast sind vier grundlegende Anordnungen oder Versuchs¬ bedingungen möglich. Erstens und zweitens ein ungefärbtes oder ein farbiges Feld auf einem farbigen Hintergrund (Farben¬ kontrast), drittens ein farbloses Feld auf einem farblosen Hinter¬ grund (einfacher Helligkeitskontrast) und viertens ein farbiges Feld auf einem farblosen Hintergrund, die notwendige Bedingung zur Feststellung etwaiger Beziehungen zwischen Helligkeitskontrast und der Wahrnehmung von Farben. Von diesen vier Anordnungen sind die ersten drei wiederholt Gegen¬ stand genauer Untersuchungen gewesen ; mit der vierten dagegen sind meines Wissens niemals erschöpfende Versuche angestellt worden. Da alle herrschenden Kontrasttheorien auf den wohlbe¬ kannten Gesetzen entweder der Helligkeits- oder der Farben¬ kontraste aufgebaut sind und jedes dieser Gebiete getrennt be¬ handeln, lassen sie uns keineswegs vermuten, selbst wenn sie zur Erklärung der Erscheinungen ausreichten, dafs irgend ein Einflufs der Helligkeitskontraste auf die Wahrnehmung von Farben bestehe. Die Untersuchung dieses Einflusses hat daher nicht nur ein bedeutendes theoretisches Interesse, sondern sie bildet auch, wie ich schon andeutete, den logischen Abschlufs