Literaturbericht. 141 wähltem Beispiel wäre der Abstand zwischen Fempunkt und Corrections- punkt = 90 mm, also das in diesem Abstande angebrachte Glas müfste = (— 11,11) D sein. Diese sog. Gläserrefraction nennt Th. „äufsere“ Refraction im Gegensatz zu der reellen, die er „innere“ bezeichnet. Er schlägt vor, alle Fernpunktsbestimmungen, alle sciaskopischen directen Bestimmungen ^d. h. ohne zwischengehaltene Linse) etc. auf den Correctionspunkt zu be¬ ziehen, da man dann ohne Weiteres das corrigirende Glas erhält. Wichtiger, als dieser Vorschlag, der doch schliefslich nur ein Sub- traction8exempel darstellt, erscheinen die der Arbeit beigegebenen Tabellen, in denen Th. die einander entsprechenden inneren und äufseren Refractionen (in dankenswerther Akribie von Vi zu lU D) von (-f- 12,0) D bis (— 22,0) zusammengestellt hat. Daraus geht mit einem Schlage hervor, dafs von (-{- 2,75) bis (— 2,5) ein Unterschied zwischen reeller und Gläserametropie nicht besteht, resp. geringer ist als der Unterschied zweier im Brillen¬ kasten benachbarten Gläser. Bei einer reellen (oder „inneren“) Refraction von (— 7,0) ist aber die Gläser- (oder „äufsere“) Refraction schon = (— 8,0), bei (— 10,0) „innerer“ ist die Differenz schon 2 D, bei (— 16,0) innerer ist die äufsere (— 22, 0), also eine Differenz von 6 D. Gerade die FüKAn’sche Operation mit ihrer immer noch discutirten numerischen Indication, macht diese colossale Differenz praktisch wuchtig und interessant. Zum Schlüsse giebt Th. noch eine Vorrichtung an, mittels deren er an seinem „reflexlosen Augenspiegel“ den Abstand des Hornhautscheitels von der Frontlinse auf 10 mm fixiren, resp. controliren kann. Leider ist bei gewöhnlicher Brillenbestimmung eine derartige Genauigkeit nicht möglich ; das Brillengestell wird auf Augenmaafs in den Correctionspunkt gebracht, und diese Ungenauigkeit wird den Werth klinischer Angaben verglichen mit den Resultaten der Theorie häufig illusorisch machen. Cbzellitzeb (Berlin). Heine, lieber den Einflafs des intraarteriellen Drnckes anf Papille and intra- ocnlaren Brack. Min, Monatsbl. f. Augenheïlk., XL. Jahrg., 1, S. 25—31. 1902. Wie die Annahme von elastischen Kräften zur Erklärung des Pupillen¬ spiels durch den Nachweis eines Dilatatormuskels überflüssig gemacht wurde, so üben auch hydraulische Kräfte nach Heine keinen Einflufs auf die Erweiterung und Verengung der Pupille aus, deren Zustandekommen nur auf Muskelwirkung zurückzuführen ist. Er führt als Beweis an, dafs er bei Leichenversuchen durch Injection der grofsen Gefäfse einen so hohen arteriellen Druck erzeugen mufste, wie er während des Lebens nicht vorkommt, — Gesicht- und Lidoedem etc. traten auf — um eine Pupillen¬ verengung zu erzielen. Wenn ferner bei jungen Katzen nach Durch- schneidung des einen Halssympathicus das Auge der betreffenden Seite atropinisirt wurde, so konnte durch Injection von Flüssigkeit auf derselben Seite in die Blutbahn nur die Pupille der anderen Seite verengt werden: auf der Seite des stärksten Druckes blieb also der Effect auf die Pupille aus, deren Weite auch vom intraocularen Drucke selbst innerhalb weiter Grenzen unabhängig ist. G. Abblsdobff.