Digpositiompsychologisches über Gef'ühUcomplexionen. 393 stand unterscheiden.1 Diese Unterscheidung beruht zwar auf Abstractionen und es kann in Wirklichkeit keine Vorstellung gedacht werden, an welcher eines dieser Bestimmungsstücke fehlen würde. Indes das ist kein Grund, dafs nicht eines dfer Bestimmungsstücke an der Vorstellung vorzugsweise als der Träger der Relation zwischen dem Gefühle und seiner psycho¬ logischen Voraussetzung insofern erscheint, als eben die Vor¬ stellung nur in Folge einer gewissen Beschaffenheit eines ihrer Bestimmungsstücke die Eignung zum Gefühlsdispositionserreger erhält. Würden die Gefühle lediglich durch die Vorstellungs¬ acte bedingt, dann müfste in unserem Gefühlsleben eine viel gröfsere Constanz herrschen, als dies thatsächlich der Fall ist. Für die Gefühlswirkung müfste es sich gleich bleiben, ob dieser oder jener Gegenstand vorgestellt würde ; wenn nur der* be¬ treffende Act gesetzt wäre, so entstünde das Gefühl. Die Er¬ fahrung zeigt aber, dafs das, ’ was vorgestellt wird, in Bezug auf die Entstehung der Gefühle nicht gleichgültig ist, und dafs ver¬ schiedenen Gegenständen der Vorstellungen verschiedene Ge- fühlsreactionen entsprechen. Besinnt man sich, dafs die Ver¬ schiedenheit der vorgestellten Gegenstände doch irgendwie auf einer Verschiedenheit der Vorstellungen selbst beruht - und das unterscheidende Moment, also das, wodurch sich z. B. die Vor¬ stellung des Gegenstandes „Baum“ von der Vorstellung dès Gegenstandes „Haus“ unterscheidet, der Inhalt der Vorstellung ist, so erhellt ohne Weiteres, dafs der Inhalt der Vorstellung dasjenige ist, worauf das Gefühl zurückgeht. : '• Für die späteren Ausführungen ist nun die Frage von Be¬ lang, ob und inwieweit Veränderungen der Gefühlsdispositionen durch Gefühle herbeigeführt werden. Theilweise: habe ich diese Frage an anderer Stelle1 * erörtert, indem ich darauf hinwieè, dafs Veränderungen von Lustgefühlsdispositionen durch actuelle Unlustgefühle bewirkt werden können. Ich bin dort von dem Gedanken ausgegangen, dafs die Actu&lisirung der Gefühls- 1 — . « « • r * i 1 Vgl. Mbinong, „lieber Gegenstände höherer Ordnung4 etc: g 2, uöd dessen neueste Publication: „Ueber Ani*ahmenft, Zeit sehr. f\ Psychologie, ßr- gänzungsband II, § 21 ff. . 2 Vgl. Mbinong.* „Ueber Gegenstände höherer Ordnung“ etc. Zntschr. f. Psychologie 21, S. 188, 8 8. „Ueber den Einflufs der Gefühle auf die Vorstellungsbewegung-. Zeitschr. f. Psychologie 27, 8.25. . *