304 Literaturbericht. höchstens etwa von 15 (Bedauern), 37 (Entschlossenheit), 40 (Drohen, 47 (Eigensinn), 55 (Heuchelei), 67 (Lachen des Alters), 82 (Grübeln). Verf. hat durch Abtrennung der Bezeichnung des Affektes vom Bilde selbst diese Prüfung in besonders objektiver Weise gefördert. Ein Öfteres Hineindenken in irgend eine Situation bei öfterer Kenntnisnahme der gemeinten Bedeutung kann ja freilich auch hier die ursprüngliche Ge¬ zwungenheit der Deutung für den Uneingeweihten allmählich mehr und mehr beseitigen. Bis auf wenige Ausnahmen ist der Standpunkt einer realistischen Darstellung der ungekünstelten Ausdruckswreise wirklich vor¬ kommender Affekte eingehalten. Eine Übertreibung zur Karrikatur, die natürlich sowohl theoretisch als auch künstlerisch wertvoll bleibt, findet sich höchstens in 8 (Niedertracht), 26 (komischer Ekel), 33 (sinnliche Gier), 42 (Protzigkeif), 45 (Bauernstolz), 57 (Schmunzeln), 111 (guter Geschmack), lauter Fälle, in denen gerade die Karrikatur ihre besondere künstlerische Bedeutung besitzt. Diese Bilder sowohl, als auch die lebenswahr dar¬ gestellten Posen an sich komisch wirkender Affekte verschaffen zugleich der feinen Komposition des Ganzen eine erheiternde Belebung. Wilhelm Wirth (Leipzig). C. N. McAllister. Researches oi Movements used il Writing. Yale Psychol. Laborat. 8, 21—63. 1900. Die Untersuchung begann mit Versuchen, w7elche dahin zielten, die relative Leichtigkeit der Auf- und Abwärtsbewegungen beim Schreiben zu bestimmen. Verf. untersuchte in fünf verschiedenen Versuchsreihen zu¬ nächst die gröfseren Schreibbewegungen, wrobei er sich des schon von Scripture beschriebenen Apparates (Stud. Yale Psychol. Laborat. 1895, 3, 106. The New7 Psychology 166) bediente. Um die Angaben zu erleichtern, wurden die Bewegungen nach der herkömmlichen Weise als in einem der vier Quadranten eines Kreises ausgeführt gedacht. Von diesen Quadranten war der obere rechts mit I, der obere links mit II, der untere links mit III und der untere rechts mit IV bezeichnet. Die kleineren SehreibbewTegungen untersuchte der Verf. in zwei Versuchsreihen. Alle diese Versuche er¬ gaben, dafs die schnellsten Bewegungen nahe dem Ende des ersten Drittels der 1. und 3. Quadranten fallen. Weitere Versuche wurden an Schulkindern ausgeführt, um die natür¬ liche Neigung eines mit freier Hand gezeichneten Ovals zu ermitteln. Aus allen diesen Prüfungen zieht der Verf., unterstützt durch Überlegungen allgemein psychologischer Natur viele praktische Schlufsfolgerungen. Diese beziehen sich auf die Haltung und Stellung des Kindes beim Erlernen des Schreibens, auf das, wTorauf der Lehrer zu achten hat, um dem Kinde eine leichte und zugleich leserliche Handschrift beizubringen, auf die Vorteile der vertikalen und der schrägen Schrift u. s. w7. Kiesow (Turin).