232 Literaturbericht. jektives Normal-a sind, werden in mehr als 50 % der Fälle als von a ver¬ schieden beurteilt. Ein Halbton in dieser Lage entspricht ungefähr 55 Schwingungen. Die Tonhöhe des subjektiven Normal-a unterliegt jedoch vielen Schwankungen. Rücksichtlich der Frage nach der Erlernbarkeit des absoluten Gehörs kommt der Verf. zu dem Ergebnis, dafs hier wie überall individuelle Ver¬ anlagung von grofser Bedeutung ist, aber nicht von so grofser, als vielfach behauptet worden ist. Vielmehr hat systematische Übung einen sehr grofsen Einflufs auf das absolute Tongedächtnis. Unglücklicherweise wird jedoch in der musikalischen Erziehung des Kindes fast immer alles gethan, um die Entwicklung eines absoluten Tonbewufstseins zu hemmen, und so gut wie nichts, um es anzuerziehen. Verf. sichtet dann die verschiedenen Namen für die besprochene Fähigkeit: absolutes Tonbewufstsein, absolutes Tongedächtnis, absolutes Gehör, Tonsinn, absolutes Tongefühl, Tongefühl, Gehör, musikalisches Ge¬ hör, Tongehör, und andere. Er entscheidet sich für die Bezeichung ab¬ solutes Tongedächtnis. Schliefslich diskutiert der Verf. den Wert des absoluten Tongedächt¬ nisses in musikalischer Beziehung. Er gibt zu, dafs man Musik geniefsen könne, ohne ein absolutes Tongedächtnis zu besitzen. Doch kann es für den Genufs komplizierter Musikstücke sehr vorteilhaft sein, ein absolutes Tongedächtnis zu besitzen. Besonders wichtig ist der Besitz dieser Fähig¬ keit für den produzierenden Musiker, den Komponisten. Für ihn bedeutet der Besitz eines guten absoluten Tongedächtnisses eine entschiedene Er¬ leichterung der Arbeit. Doch sind auch Fälle bedeutender Komponisten (z. B. Meyeebeer) bekannt, die kein absolutes Tongedächtnis besafsen. Verf. schliefst mit der Bemerkung : Die mit absolutem Tonbewufstsein begabten Musiker bilden einen ganz bestimmten musikalischen Typus. Dies ist die einzige Behauptung in der sehr klar geschriebenen Abhand¬ lung, die dem Ref. nicht recht verständlich geworden ist. Max Meyer (Columbia, Missouri). Berichtigung. In dem Referat von F. Krüger, Bd. 30, S. 234 dieser Zeitschrift ist zu lesen: Z. 4 v. o. „sehend“ statt „stehend“.