442 Litera turberich t. dafs eine Vielheit von odoriphoren Atomengruppen sich gegenseitig auf- heben, also trotz Löslichkeit in Luft und dann weiter in den Riechzellen dennoch geruchlos sein kann. Alfred Guttmann (Berlin). C. V. Tower. An Interpretation of Some Aspects of the Self. Philos. Review 12 (1), 16—36. 1903. Ich und Nicht-Ich stehen sich nicht gegenüber als dualistisch ge¬ trennte Dinge, sondern nur als zwei Seiten der einheitlichen Erfahrung. Denn jede Erfahrung hat eine gegenständliche (objektive) und eine ideelle (subjektive) Seite. Das Selbst ist keine Substanz, sondern ein Beziehungs¬ gesetz. Auch die Gesamtheit der Welt mufs in ähnlicher Weise als Er¬ fahrung auf ein absolutes Selbst bezogen werden. W. Stern (Breslau). J. H. Tufts. On the Genesis of the Aesthetic Categories. Philos. Review 12 (1), 1—15. 1903. Der Ursprung des Ästhetischen ist nicht aus biologischen und nicht aus psychophysischen, sondern nur aus sozialpsychologischen Gesichts¬ punkten heraus zu verstehen. Religiöse, praktische, soziale Motive, nicht etwa die Freude am Schönen, haben zunächst die Produktion verursacht; die ästhetische Wertung folgt erst nach; wenn man ihr aber gegenüber anderen rein subjektiven Wertungen Objektivität oder imperativen Charakter zuschreibt, so bedeutet dies nichts anderes, als dafs man sich in seinem Werte als Glied eines sozialen Verbandes empfindet; in ähnlicher Weise bedeutet das „interesselose“ Wohlgefallen ein Zurückdrängen des Egoismus zu Gunsten des sozialen Interesses. W. Stern (Breslau). M. F. Washburn. Some Examples of the Use of Psychological Analysis in System - Making. Philos. Review 11 (5), 445—462. 1902. Verfasserin zeigt an den Systemen von Wundt, Ebbinghaus und Münsterberg, wie wenig sich die Psychologen in dem einig sind, was sie „psychologische Analyse“ nennen. Wenn die Genannten in der Feststellung und Klassifikation der „seelischen Elemente“ so wenig übereinstimmen, so liegt das in einer methodischen Verschiedenheit, da jeder unter den Be¬ griffen des „Elementes“, des „Attributes“ und der „Analyse“ anderes ver¬ steht. W. Stern (Breslau). H. Heath Bawden. The Functional View of the Relation between the Psychical and the Physical. Philos. Review 11 (5), 474—484. 1902. Ein Vortrag, der einen interessanten Gedanken kurz andeutet. Die Versuche, die Beziehung zwischen Psychischem und Physischem zu er¬ klären, ordnen sich unter zwei Typen : sie sind entweder ontologischer oder teleologischer (funktioneller) Art. Die ontologischen Theorien sehen Physis und Psyche als zwei Weisen realer Existenz an, die sie entweder in kausalem oder parallelistischem Zusammenhang denken; sie werden vom Verf. verworfen. Für ihn ist der Unterschied überhaupt keiner des theoretischen, sondern des praktischen Lebens: nämlich der zwischen Mittel und Zweck. Der Teil der Erfahrung, der uns als fertiger, als be-