350 Litera turbericht. ü. Stéfani. Comment se comporte le muscle sphincter de l’iris à la suite de l’atropinisation de l’oeil. Arch. ital. de biologie 37, 65—73. 1902. Wird Hunden während 8—70 Tagen ein Auge atropinisiert, so zieht sich nach dem Tode (durch schnelles Verbluten) die Pupille des Atropinauges stärker zusammen, wie die Pupille des nicht atropinisierten Auges. Letztere erweitert sich zunächst, um sich dann meist wieder ein wenig zu verengern. Die gleichzeitig eintretende Verengerung der Pupille des Atropinauges ist immer stärker, wie die der normalen Pupille; das Verhältnis kann 1:2 be¬ tragen. Die Pupille eines nur kurze Zeit atropinisierten Auges verhält sich hingegen wie die des normalen. Nach beiderseitiger Sympathikusdurch- schneidung verengt sich die normale Pupille postmortal mehr, als die des kurz oder lang atropinisierten Auges. Ist eine Pupille seit kurzem, die andere länger atropinisiert, so zieht sich ebenfalls nach doppelter Sym- pathikusdurchschneidung erstere kaum, letztere stark zurück. Nikotin ist auf die postmortale Pupillenbewegung ohne Einflufs. — Die Unterschiede zwischen kürzer und länger atropinisierter Pupille beruhen nicht auf Ab¬ schwächung der Atropinwirkung bei längerer Anwendung, weil sich nach dieser Lichteinfall oder Reizung der Ciliarnerven als unwirksam erwiesen. Die postmortalen Bewegungen der Pupillen hängen ab von der Gewebs¬ elastizität, von der eigenen Tätigkeit des Dilatators, sowie des Konstriktors. Für gewöhnlich überwiegen die beiden ersten die Pupille erweiternden Kräfte ; nach längerer Atropinisierung ist hingegen die Wirkung der dritten Kraft vermehrt. Verf. schliefst aus seinen Versuchen, dafs Atropin keine lähmende Wirkung direkt auf den Sphinktermuskel ausübt, sondern viel¬ mehr den tonischen Einflufs der Ciliarnerven verhindert, und dadurch die Kraft des Sphinkters erhöht. W. Trendelenburg (Freiburg i. Br.). U. Stéfani. Si Patropinisatioi de l’oeil entraîne des modifications dans les cellules du ganglion ciliaire. Arch. ital. de biologie 37, 155—156. 1902. Nach maximaler über viele (bis 70) Tage sich erstreckender Atropini¬ sierung eines Auges wurden bei Hunden und Katzen die Ganglienzellen des entsprechenden Ciliarganglion nach der Nissl-Methode untersucht. Entgegen dem Verhalten bei Iridektomie zeigen die Ganglienzellen nach Atropinisierung des entsprechenden Auges keine Chromolyse. Es bilden sich nur langsam leichte Veränderungen aus, in geringerer Färbbarkeit be¬ stehend, sowie in Volumvermehrung des ganzen Zellprotoplasmas. W. Trendelenburg (Freiburg i. Br.). Otto Lummer. Die Ziele der Leuchttechnik. Experimentalvortrag, gehalten am 19. März 1902 am Gesellschaftsabend des Elektrotechnischen Vereins zu Berlin. Elektrotechnische Zeitschrift 23 (35 u. 36). 1902. Der Gegenstand des LuMMERSchen Experimentalvortrages beansprucht in vielfacher Beziehung ganz hervorragendes Interesse. Ist es des Physikers besondere Aufgabe, die verschiedenen Energiesorten einer Strahlung, die sichtbaren, wie die unsichtbaren, nach Mafs und Zahl zu ordnen und die Abhängigkeit der Zusammensetzung des Gemisches der Energiestrahlen von verschiedenen Variablen, z. B. der Temperatur oder der chemischen Zusammensetzung der energieaussendenden Substanz zu studieren, so sucht